Man wusste nicht genau, wer am Sonntag mehr strahlte, die Sonne, die Kinder oder der Bürgermeister: Das neue Freizeitgelände für große und kleine Heiligenberger und für die Touristen wurde der Öffentlichkeit übergeben. „Für uns ist heute eine Vision Wirklichkeit geworden“, freute sich Bürgermeister Amann über das nun fertiggestellte Gelände mit einem komplett sanierten Freibad, einem wetterfesten Kleinspielfeld und einem Spielplatz mit einem riesigen Schloss aus Holz.

Anton findet die neue Schaukel toll

Anton Lohmeyer und seine Mutter Melanie (von links) sind voll des Lobes über den neuen Spielplatz. "Echt super", findet der Vierjährige.
Anton Lohmeyer und seine Mutter Melanie (von links) sind voll des Lobes über den neuen Spielplatz. "Echt super", findet der Vierjährige. | Bild: Karlheinz Fahlbusch

„Echt toll“, stellte der vierjährige Anton fest, als er die neue Schaukel testete. Auch Mutter Melanie Lohmeyer war voll des Lobes. „Hier hat die Gemeinde etwas richtig Gutes gemacht. Es lohnt sich wirklich zu kommen“, stellte sie fest. Lohmeyers wohnen im Teilort Oberhaslach, wo es keinen Spielplatz gibt.

Freibad für 945 000 Euro saniert

Der Spielplatz in Heiligenberg hat rund 150 000 Euro gekostet. Dazu kommen noch 157 000 Euro für das Minispielfeld. Für das Freibad legte die Gemeinde 945 000 Euro auf den Tisch. Dafür gab es einen zeitgemäßen Beckenumgang, eine Beckenbeleuchtung, Kinderbecken, Umkleideräume, Technik und Sonnenschutz.

250 000 Euro Zuschüsse für Projekt

Auch ein Kleinspielfeld wurde gebaut und kann sogar im Winter genutzt werden.
Auch ein Kleinspielfeld wurde gebaut und kann sogar im Winter genutzt werden. | Bild: Karlheinz Fahlbusch

Frank Amann ist überzeugt davon, dass man hier in die Zukunft investiert hat. Man habe derzeit aber die idealen Rahmenbedingungen vorgefunden und auch noch 250 000 Zuschuss erhalten. Die Kommunen hätten derzeit finanzielle Mittel. „Auch solche wie Heiligenberg, die kaum über Gewerbesteuer verfügen können“, machte Amann deutlich. Der alte und der derzeitige Gemeinderat hätten viel Mut bewiesen, eine solche Gesamtmaßnahme anzugehen.

Erste Beschlüsse schon 2012 gefasst

Immerhin habe man bereits im Jahr 2012 die ersten Beschlüsse gefasst. Damals habe man erkannt, dass die Sanierung des Freibades unumgänglich und die Heiztechnik veraltet sei. Zudem stand die Frage nach dem Bademeister an. Denn der Bisherige wollte 2017 in Rente gehen. „Ohne eine vernünftige Anlage hätten wir keinen Betreiber gefunden“, machte der Bürgermeister klar.

Tennisclub weiht saniertes Clubhaus ein

Mit einem Showmatch feierte der Tennisclub die die Erweiterung und Sanierung seines Clubheims.
Mit einem Showmatch feierte der Tennisclub die die Erweiterung und Sanierung seines Clubheims. | Bild: Karlheinz Fahlbusch

Mit der Firma PVM, die auch das Freibad in Illmensee betreibt, habe man aber jetzt einen guten und verlässlichen Partner. Den hatte man während der vergangenen Jahre auch mit Planer Stefan Stüber vom Büro "freiraumsued". Der würde auch gerne weiter für die Gemeinde Planungen machen, wie er am Sonntag feststellte. Zwar sei er nur ein „kleines Rädchen im Getriebe“ gewesen, aber das habe unheimlich Spaß gemacht. Auch Generalunternehmer und Gemeinderat Heinrich Stengele freute sich über das Werk. Ergänzt wird die Anlage durch das Areal des Tennisclubs. Das mit viel Eigenleistung sanierte und erweiterte Clubhaus präsentiert sich als zentraler Ort, um das Geschehen auf den Plätzen zu verfolgen.

"Endlich Zeit zum Grillen"

Anton Schober war 25 Jahre Bademeister
Anton Schober war 25 Jahre Bademeister | Bild: Fahlbusch, Karlheinz

Anton Schober war 25 Jahre Bademeister in Heiligenberg und gilt als Institution. Jeder Freibadbesucher kennt ihn.

Wie gefällt Ihnen die neue Anlage?

Ich bin total begeistert. Es ist alles wunderschön geworden. Da hat sich eine ganze Menge sehr positiv verändert und ich bin überzeugt, dass das bei den Badegästen sehr gut ankommt.

Eigentlich wären Sie schon 2017 in Rente gegangen. Warum haben Sie länger gearbeitet?

Die Gemeinde hatte noch keine Lösung für die Nachfolge. Und man war überzeugt, dass man für ein saniertes Bad eine Regelung finden würde. Das ist ja auch mit PVM geschehen, die jetzt das Freibad betreiben.

Kommen Sie immer noch her?

Na klar. Man kann 25 Jahre nicht aus seiner Erinnerung streichen. Und ich habe sehr gute Erinnerungen an die Besucher und auch die Gemeindeverwaltung. Die Zusammenarbeit war immer sehr gut.

Sie haben jetzt bestimmt eine Menge Freizeit, oder?

Von wegen. Rentner haben nie Zeit (schmunzelt). Aber wenigstens kann ich jetzt mal an einem schönen Sommertag zu Hause grillen. In den vergangenen 25 Jahren ging das nicht.

Ganz ehrlich: Vermissen Sie das Freibad?

Manchmal schon. Aber ich kann von meinem Haus zum Bad hochschauen. Und das ist auch schön.