In Wintersulgen denkt man praktisch. Deshalb hat man die offizielle Übergabe des neuen Spielplatzes auf den letzten Tag des Sommerfests des Musikvereins gelegt. So war für Bewirtung bereits gesorgt und man konnte sich voll auf das konzentrieren, was zu einem Schmuckstück geworden ist: der neue Spielplatz hinter der Grundschule. Der hat sogar noch einen "Zwillingsbruder" in Hattenweiler.

Dritter Spielplatz kommt nach Heiligenberg

Der dortige Spielspaß ist bereits seit 2016 fertig. Einen dritten Spielplatz wird es in Heiligenberg geben. Mit allen drei Maßnahmen hat Bürgermeister Frank Amann ein Versprechen aus dem Wahlkampf im Jahr 2015 erfüllt.

Budget von 40 000 Euro pro Platz

"Damals kam die Frage der Spielplätze auf. Viele Familien beklagten die maroden Anlagen in der Gemeinde", erinnerte sich Amann. Er hatte Abhilfe versprochen. Seine dritte Amtsperiode wollte er gleich mit der Planung neuer Spielplätze beginnen. Der Gemeinderat war einverstanden und gab die finanzielle Größenordnung vor. 40 000 Euro mussten pro Platz reichen und alle drei sollten sich ähnlich sein.

Bürger können Wünsche für Spielplatz äußern

Bei einer Informationsveranstaltung in Hattenweiler stellte man erste Planungen vor und nahm Anregungen auf. "Wir waren der Ansicht, dass Eltern und Kinder wohl in allen drei Ortsteilen dieselben Bedürfnisse haben", sagte Amann. Deshalb habe man auch nur eine Informationsveranstaltung abgehalten. Danach wurde das Planungsbüro Freiraum Süd in Ravensburg damit beauftragt, für die Umsetzung der Wünsche und Anregungen zu sorgen. Nun wurde in Wintersulgen gefeiert.

"Frei-Limo" für eifrige kleine Nutzer

Ein Bläserensemble des Musikvereins und der Chor der Grundschule Heiligenberg, die in Wintersulgen untergebracht ist, sorgten für die musikalische Umrahmung und Ortsreferent Heinrich Stengele für eine Kinderüberraschung: "Wer mir verspricht, dass er zweimal in der Woche auf den Spielplatz kommt, der bekommt eine Limonade geschenkt." Da gingen viele Hände in die Höhe. Stengele sieht so einen Spielplatz auch als Alternative zu Computer und Smartphone. "Auch in der digitalen Welt ist das Spielen draußen eine ganz wichtige Sache", betonte er die Notwendigkeit solcher Investitionen.

Landschaftsarchitekt Stefan Stüber plante den neuen Spielplatz.
Landschaftsarchitekt Stefan Stüber plante den neuen Spielplatz. | Bild: Karlheinz Fahlbusch

Die Vorbereitung des Platzes hatte die Firma Stengele aus Wintersulgen übernommen, die Geräte aus massivem Holz stammen von der Firma Krea-Holz aus Überlingen. Rutsche, Schaukel, Sandkasten, Hängebrücke und Kletterwand wurden eingeplant.

Familie Schmieder überließ Grundstück

"Doch ohne ein Gelände wäre das alles nicht machbar gewesen", stellte der Bürgermeister fest. Er dankte Familie Schmieder, dass sie der Gemeinde das Grundstück überlassen habe. Die Kinder finden den neuen Spielplatz super und nahmen ihn auch gleich in Besitz.

"Muss den Wünschen der Nutzer gerecht werden"

Stefan Stüber ist Landschaftsarchitekt beim Büro Freiraum Süd in Ravensburg.

Was ist die Herausforderung bei der Planung eines Spielplatzes?

Man muss den Wünschen der Nutzer möglichst gerecht werden. Also versuche ich, die Bedürfnisse der Kinder, der Eltern und der Begleit- und Aufsichtspersonen umzusetzen. Da gibt es natürlich unterschiedliche Zielgruppen, auch vom Alter her.

Wie findet man diese Bedürfnisse heraus?

Man unterhält sich mit den örtlichen Vertretern. Das hatte die Gemeinde aber schon selbst erledigt und gab die Richtung vor. Hier war es die Nähe zur Grundschule und die Ähnlichkeit zum Platz in Hattenweiler.

Wie hätte man vor 30 Jahren einen Spielplatz geplant?

Heutzutage wird mehr auf Motorik, auf Gleichgewicht und die körperlichen Bedürfnisse der Kinder eingegangen. Früher hat man eine Schaukel hingestellt und einen Sandkasten und gesagt: Mehr brauchen die nicht. Das Karussell ist noch als Klassiker zu nennen.

Wie sieht es mit dem Material aus?

Das ist Geschmackssache. Es gibt durchaus noch Spielplätze mit Geräten aus Stahl. Hier hatten wir die Vorgabe Holz, weil das von der Haptik her besser passt und ein nachwachsender Rohstoff ist.

Fragen: Karlheinz Fahlbusch