Mit augengefälligen Arbeiten der Bildhauerin Christina Kuhn aus Überlingen und der Malerin Gudrun Böhm hat in den Räumen der Künstlergemeinschaft AllerArt eine neue Gastaustellung begonnen. Außergewöhnlich sind die Holzarbeiten in Form von Möbeln von Christina Kuhn, die mit ihrer ästhetisch ansprechenden ornametalen Gestaltung sofort faszinieren. Kuhn, sie wuchs an der Nordsee auf, studierte zusammen mit ihrem jetzigen Mann Peter Bildhauerei an der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft in der Nähe von Bonn.

"Ornament ist eine globale Sprache, in der sich Kulturen treffen", erläuterte die Laudatorin Andrea Stein. Aus lateinisch "ornare" (schmücken, zieren) diene das Ornament zur Verschönerung der Objekte, sagte Stein. Bei Kuhn sei der Weg aber ein anderer gewesen: Alles habe mit dem Spielen begonnen, indem sie "Eiche zähmt, Eschen befragt und Ahörner vermöbelt", so Stein. Indem Kuhn gespaltene Holzfragmente in eine neue Ordnung bringe, entstünden Reliefs und Möbel wie von selbst. "Neue Möglichkeiten in Formwelten tauchen auf, als sie beginnt, mit Hirnholzabschnitten der Baumkante zu arbeiten", erläuterte die Laudatorin. Zeichenhaftes und ornamentales zeige sich und würde eine ganz eigene Sprache entwickeln. Eine dreidimensionale Tiefenwirkung entstehe dazu durch einen farbigen Untergrund, erklärte Stein. So gestaltete Rückwände der Regale würden dem Auge ein lebendiges Spiel von Farbe und Form, von Licht und Schatten bieten.

Die Malerin Gudrun Böhm war bereits vor zwei Jahren Ausstellerin bei Allerart. Ihre neuesten Bilder beschäftigen sich mit Landschaft, insbesondere mit dem Licht in der Landschaft, auf dem Bodensee, auf dem Wasser und auch in dem Wasser. Die ausgesprochen nuancenreichen Farbtöne bewegen sich vorzugsweise im Bereich zwischen blau, türkis, grün und gelb. Gerade die sich oft verändernden Farb- und Lichtspiele am Bodensee faszinieren die Künstlerin, die eine Ferienwohnung in Daisendorf hat und gerne am Bodensee ihre Eindrücke aufnimmt, mit nach Hause nach Reutlingen nimmt und dann diese Eindrücke malerisch umsetzt. Mit einem Mix aus abstrakter Kunst und bildlicher Darstellung hat sich Böhm einen eigenen Stil erarbeitet. "Was auffällt ist, dass Böhms Bilder Schwerpunkte haben; es gibt ein Spiel mit hell/dunkel und Licht/Finsternis", erläuterte Gerlinde Kriese in ihrer Laudatio. Gestalten, malen und zeichnen sei lebenslang ein Bedürfnis gewesen. Böhm habe an der Kunsthochschule Nürtingen studiert und mit Fortbildungen bei anerkannten Künstlern sich weiterentwickelt, erläuterte Kriese. Neuere Arbeiten der Künstlerin gehen mehr in die Richtung einer abstrakten Kunst mit spielerischem Umgang mit der Farbe.

Die ausgesprochen gut besuchte Vernissage wurde von Jochen Grabski durch meditative Klänge auf der japanischen Shakuhatchi-Flöte musikalisch mitgestaltet.

 

Ausstellung

Die Präsentation "Acrylbilder von Gudrun Böhm und Kleinmöbel-Unikate von Christiana Kuhn" in der Heiligenberger Galerie AllerArt ist bis zum 30. März zu sehen. Öffnungszeiten: täglich 10 bis 12 Uhr und 14 bis 18 Uhr, sowie samstags, sonn- und feiertags 11 bis 18 Uhr. Aller Art ist eine Künstler- und Kunsthandwerkergemeinschaft, die Gastkünstlern die Möglichkeit gibt, sich in Ausstellungen zu präsentieren, die alle sechs Wochen wechseln.