Der verfrühte Funkenbrand an der Amalienhöhe in Heiligenberg bleibt nicht ohne Folgen. Schon in der Nacht auf den Funkensonntag hatte das Feuer gebrannt, entzündet durch Unbekannte. Durch den Wind wurden Funken in eine denkmalgeschützte Linde getragen, worauf diese Feuer fing. Die Freiwillige Feuerwehr Heiligenberg war mehrere Stunden im Einsatz, um den Baum zu löschen.

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Nun wurde die Linde von einem Gutachter untersucht und der hat keine guten Nachrichten. Marcus Pietruschinski vom Baumpflege-Team Bodensee teilt der Gemeinde mit: "Der Brandschaden innerhalb der offenen Stammabschnitte ist nicht unerheblich; auch besonders an den Innenwurzeln." Durch den starken Wind in der Nacht waren die Hohlräume in dem Baum immer wieder in Brand geraten.

Baumvitalität nicht durch Schneidemaßnahmen senken

Aufgrund der derzeitigen Verfassung der Linde rät Pietruschinski dringend von einem Absetzen der Baumkrone ab, "um die Baumvitalität nicht weiter zu senken". Mit Absetzen ist das Kürzen der Baumkrone gemeint. Auch Stamm- und Stockausschläge seien unbedingt am Stamm beziehungsweise Stammfuß zu belassen.

Was vom Funken übrig blieb: Markus Kiefer, Narrenpolizist des Narrenvereins Wolkenschieber, räumt unbrennbare Reste vom Funkenplatz ab.
Was vom Funken übrig blieb: Markus Kiefer, Narrenpolizist des Narrenvereins Wolkenschieber, räumt unbrennbare Reste vom Funkenplatz ab. | Bild: Hilser, Stefan

Positiv bewertet wird indes die Standsicherheit. "Die gegenständliche Linde ist ausreichend bruch- und standsicher; nur: Ein Stämmling muss in den Kronensicherungsverband integriert werden. Dieser hat am meisten Schaden vom Brand genommen", so der Experte. Ein finanzieller Schaden wurde laut Mitteilung an die Gemeinde noch nicht ermittelt. Stattdessen soll die Vitalität der Linde ein weiteres Mal bewertet werden – und zwar zum Austrieb. Erst dann empfiehlt Pietruschinski die Ausarbeitung eines schriftlichen Baumgutachtens mit entsprechenden Maßnahmenempfehlungen.

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Die Kosten für dieses wird nach Angaben der Verwaltung der Narrenverein Wolkenschieber als Veranstalter des Funkens übernehmen. Denn: Die Täter, die den Funken heimlich anzündeten, sind noch nicht gefunden. Das gilt auch für die Funken in Nußdorf und Hagnau, die zu früh brannten.

Polizeisprecherin: Keine neuen Erkenntnisse zu den Tätern

"Es gibt keine neuen Erkenntnisse", wie eine Polizeisprecherin auf Nachfrage erklärt. Der Fall sei mit dem Vermerk "unbekannter Täter" an die Staatsanwaltschaft übergeben worden. Die Polizeisprecherin bedauert: "Die Spurenlage bei so was ist auch immer schwierig." Meist bleiben nur Schutt und Asche übrig.

Die größte Linde dieser Baumgruppe auf der Amalienhöhe Heiligenberg fing Feuer, als der Funken vorzeitig abgefackelt wurde. Die Feuerwehr verhinderte mit viel Wasser, dass der denkmalgeschützte Baum abbrannte.
Die größte Linde dieser Baumgruppe auf der Amalienhöhe Heiligenberg fing Feuer, als der Funken vorzeitig abgefackelt wurde. Die Feuerwehr verhinderte mit viel Wasser, dass der denkmalgeschützte Baum abbrannte. | Bild: Hilser, Stefan