Die Grundschule Wintersulgen hat seit Beginn des neuen Schuljahres ihr Nachmittagsprogramm erweitert. Endete die Betreuung der Schüler bis jetzt um 14 Uhr, so können sie nun bis 15.30 Uhr in ihrer Schule bleiben.

Schülertreff wurde ein Jahr getestet

„Unsere Schule ist als verlässliche Schule mit Mittagstisch eingestuft“, erläutert Helen Steiner, die kommissarische Schulleiterin. Dabei meine „verlässliche Schule“, dass die Betreuung der Kinder an der Schule bis 14 Uhr gesichert sei. „Letztes Schuljahr hatten wir eine Testphase mit einer Betreuung bis 15.30 Uhr.“ Dieses Angebot sei angenommen worden, sodass die Schule die erweiterte Betreuung nun permanent eingeführt habe. Die Gemeinde habe die Kosten für diese Betreuungszeit übernommen. „Schülertreff„ wird diese anderthalb Stunden zusätzliche Betreuungszeit genannt.

Celine Rock, Betreuerin Schülertreff Grundschule Wintersulgen:
Celine Rock, Betreuerin Schülertreff Grundschule Wintersulgen | Bild: Mardiros Tavit

Der Schülertreff wurde mit einem Tag der offenen Tür vorgestellt. Celina Rock betreut das Angebot und bereitet die Aktivitäten vor. Je nach Jahreszeit und Wetter geht sie mit den Kindern zum Spielen raus auf das großzügige Schulgelände, oder die Gruppe geht in die Turnhalle. Für die Aktivitäten im Klassenzimmer bereitet sie saisonal passende Bastel- und Malarbeiten vor. Rock bringt viel praktische Erfahrung für ihre neue Aufgabe mit. Denn sie gestaltet auch das Ferienprogramm an der Schule.

40 neue und pädagogisch wertvolle Spiele

Aktuell sind die Kinder von etwas anderem begeistert. Die Schule bewarb sich bei der Initiative „Spielen macht Schule“ und wurde mit einem Spielwarenausstattung für ihr Konzept ausgezeichnet. Nun können die Kinder auf über 40 neue pädagogisch wertvolle Spiele zurückgreifen. „Im Moment ist das der Renner bei den Kindern. Sie holen sich die Spiele selbstständig und fangen gleich an zu spielen.“ Auch die Betreuerin zeigt sich von dem Zusatzangebot begeistert. „Für alle Alterklassen ist was dabei.“

Auch einige Arbeitsgemeinschaften im Angebot

Doch nicht nur im Schülertreff sind die Kinder nachmittags an ihrer Grundschule betreut. Es werden für sie auch Arbeitsgemeinschaften (AG) angeboten. Diese liegen im kreativen Bereich. So gibt es eine Trommel-AG, oder die Bläserklassen, die vom Musikverein Wintersulgen angeboten wird. Zudem können Flöten- und Klavierunterricht von Privatpersonen zugebucht werden. Die Kunst-AG wird von der Jugendkunstschule aus Meersburg gegeben.

„Es gibt den Bedarf nach diesen kreativen Angeboten“, weiß Steiner zu berichten. Aber die wöchentlichen Stunden sind nicht kostenfrei. Sie können je nach AG bei den Eltern in der Familienkasse mit bis zu 30 Euro monatlich aufschlagen. Darin ist aber auch die Instrumentenmiete enthalten.

Für Eltern entstehen Kosten

Auch der Schülertreff ist als freiwillige Leistung der Gemeinde nicht kostenfrei für die Eltern. Abgerechnet wird monatlich. Wenn das Kind an bis zu zwei Tagen am Schülertreff teilnimmt sind 20 Euro zu bezahlen. Bis vier Teilnahmen fallen mit 35 Euro ins Gewicht. Angeboten wird der Schülertreff von Montag bis Donnerstag.

Helen Steiner, kommissarische Schulleiterin Grundschule Wintersulgen: „Die Eltern haben in der Testphase das Angebot angenommen, jetzt wurde der Schülertreff permanent eingerichtet.“
Helen Steiner, kommissarische Schulleiterin Grundschule Wintersulgen: „Die Eltern haben in der Testphase das Angebot angenommen, jetzt wurde der Schülertreff permanent eingerichtet.“ | Bild: Mardiros Tavit

Das Angebot der verlässlichen Schule mit seiner Betreuung bis 14 Uhr ist für Eltern hingegen kostenfrei. Die Hausaufgabenbetreuung haben Ehrenamtliche übernommen. Mit dem pensionierten Gymnasiallehrer Wolfgang Wildbrett hat die Schule einen Fachmann für diese Aufgabe. Ihn unterstützen vier Mütter. Weitere vier Mütter haben sich im Team „Bücherhöhle“ zusammen gefunden. Sie organisieren die geeigneten Bücher für die schuleigene Bücherei.

Grundschule Wintersulgen

80 Kinder besuchen die Heiligenberger Grundschule in Wintersulgen. Nach dem Abgang ihrer langjährigen Schulleiterin Gabriele Heidenreich zum Ende des vergangenen Schuljahres übernahm Helen Steiner kommissarisch die Leitung. Die Schüler werden von fünf Lehrerinnen in vier Klassen unterrichtet. Erste und zweite Klasse sind kombiniert, davon gibt es zwei Klassen. Die dritte und vierte Klasse sind Jahrgangsklassen. Die Schule ist als „verlässliche Schule“ mit einer durchgängigen Betreuung bis 14 Uhr eingestuft. Sie bietet im Winter einen zweiten Einschulungstermin an. Viel Wert wird auf die Leseförderung gelegt. Mit der „Bücherhöhle“ betreibt die Schule eine eigene Bücherei, in der für alle Altersklasse Bücher ausgeliehen werden könne. (mt)