Knapp 50 Frauen und Männer an unterschiedlichen Instrumenten, eine Sängerin, die den Saal rockt und einen bestens aufgelegten Pfarrer als Moderator. Wer sich fragt, was das denn für eine Veranstaltung war, der hat den Samstagabend nicht im Sennhof in Heiligenberg verbracht, wo der Musikverein Wintersulgen zum Jahreskonzert geladen hatte.

So macht ein Konzert Spaß: Christian Bollin konnte mit dem Musikverein Wintersulgen enormen Applaus ernten.
So macht ein Konzert Spaß: Christian Bollin konnte mit dem Musikverein Wintersulgen enormen Applaus ernten. | Bild: Karlheinz Fahlbusch

Im voll besetzten Saal bot Dirigent Christian Bollin mit seinem Orchester einen Querschnitt durch das Musikjahr, der wirklich keine Wünsche offenließ. Schon das „Little Opening“ von Thiemo Kraas setzte die Messlatte hoch. „Ein ideales Stück, um einen festlichen Abend zu eröffnen“, kommentierte Moderator und Pfarrer Volker Blaser. Von „little“, also „klein“, konnte bei keinem Takt die Rede sein.

Pfarrer Volker Blaser war Moderator und Musikfan gleichzeitig.
Pfarrer Volker Blaser war Moderator und Musikfan gleichzeitig. | Bild: Karlheinz Fahlbusch

Die Musikkapelle ging gleich „in die Vollen“ und eröffnete das Werk mit Trompeten und Posaunen in einer klassischen sprühenden Fanfare. Einen Kontrast boten dann die ruhigeren Passagen mit den Klarinetten. Über rhythmisch treibenden Figuren in tiefem Blech und Schlagwerk traten Klarinetten und Trompeten sowie später auch Hörner solistisch in den Vordergrund. Völlig abrupt wird dieser ruhige Teil durch eine aggressive Posaunenfanfare unterbrochen, in der die Anfangsfanfare – der „rote Faden“ – verarbeitet wird.

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Mit Kurt Gäbeles „Symphonie of Hope“ wurde dann ein abwechslungsreiches Stück geboten, das durchaus so manche Stolperstellen aufwies, die problemlos gemeistert wurden. Die zarten Flöten und Klarinetten im Vordergrund entwickelten sich nach und nach zusammen mit den Tenorhörnern zu einer enormen Klangfülle, die vom unermüdlichen Schlagwerk bestens und kraftvoll unterstützt wurde.

Gut besetzt und einsatzfreudig präsentierte sich das Schlagwerk.
Gut besetzt und einsatzfreudig präsentierte sich das Schlagwerk. | Bild: Karlheinz Fahlbusch

Zur grünen Insel Irland ging es dann mit „Lord Tullamore“. Die abwechslungsreiche Komposition von Carl Wittrock erlaubte in drei Teilen einen ganz besonderen Einblick in die irische Folk Music. Melodienfolgen erinnerten immer wieder an die so typischen Reels. Und dass man dabei an den legendären Whisky denkt, das ist normal. Auch wenn auf dem Tisch Weizenbier und Wein von der Birnau stehen. „Cassiopeia“ von Carlos Marques entführte thematisch in die griechische Mythologie, musikalisch angeführt vom wunderschönen Oboenspiel und mit tollen Interpretationen aller Register.

Sascha Bollich, Martin Duelli, Christoph Ley und Fabian Schmierer (hinten, von links) sind 20 Jahre aktiv im Verein. Dirigent Christian Bollin (vorn, von links) und Ronny Knepple vom Blasmusikverband gratulierten auch Tobias Eckert und Peter Metzger zum Zehnjährigen. Vorsitzender Martin Stöckler (rechts) kann sich über seine tolle Truppe freuen.
Sascha Bollich, Martin Duelli, Christoph Ley und Fabian Schmierer (hinten, von links) sind 20 Jahre aktiv im Verein. Dirigent Christian Bollin (vorn, von links) und Ronny Knepple vom Blasmusikverband gratulierten auch Tobias Eckert und Peter Metzger zum Zehnjährigen. Vorsitzender Martin Stöckler (rechts) kann sich über seine tolle Truppe freuen. | Bild: Fahlbusch, Karlheinz

Mit Tobias Eckert und Peter Metzger für zehn Jahre aktives Mitwirken in der Musikkapelle und Christoph Ley, Martin Duelli, Fabian Schmieder und Sascha Bollich für 20 Jahre, ehrte Ronny Knepple vom Blasmusikverband Bodenseekreis verdiente Musiker, die sich auch sonst in der Vereinsarbeit eingebracht haben.

Musikhits und Filmmelodien

Im zweiten Teil des Konzerts ging es dann mit Melodien aus dem Film „Der König der Löwen“ und einer Reminiszenz an den österreichischen Musiker Falco mit großen Hits wie „Rock me Amadeus“ oder „Der Kommissar geht um“, deutlich gefälliger zu. Bei der Bravour-Polka „Solistentraum“ von Franz Watz zeigten dann Jonas Straßburger und Hubertus Müller, was sie als Solisten auf dem Tenorhorn draufhaben. Und das ist wirklich eine ganze Menge.

Sabrina Keller begeisterte bei „Gabriellas Song“ und „Proud Mary“ mit ihrer Stimme.
Sabrina Keller begeisterte bei „Gabriellas Song“ und „Proud Mary“ mit ihrer Stimme. | Bild: Karlheinz Fahlbusch

Sicher ungewöhnlich für ein Blasmusikkonzert, aber absolut eine Klasse für sich, war dann Sabrina Keller aus Lippertsreute. Die Sängerin mit enormer Stimme faszinierte mit „Gabriellas Song“ das Publikum. Als Zugabe ließ sie dann den Saal mit der Tina-Turner-Version des legendären CCR-Hits „Proud Mary“ rocken.

Das Publikum im voll besetzten Sennhof war begeistert vom Programm.
Das Publikum im voll besetzten Sennhof war begeistert vom Programm. | Bild: Karlheinz Fahlbusch

Fazit: Hier kam jeder auf seine Kosten und die Musikkapelle zeigt, dass sie keine Angst hat, sich auch auf schwieriges Terrain zu wagen.