Zähneknirschend muss der Gemeinderat Heiligenberg hinnehmen, dass ein weiteres und von unten betrachtet riesiges Haus in Steigen gebaut wird. Mit Dimensionen, die so nicht geplant waren. Baurechtlich nach Paragraf 34 Baugesetzbuch dem Innenbereich zugeordnet, zählt hier für die Genehmigungsfähigkeit nur die Einschätzung des Baurechtsamts des Bodenseekreises, ob sich das Bauvorhaben optisch in die Umgebungsbebauung einfügt. Die Behörde bejaht dies und hat das bereits bei zwei Neubauten auf den Nachbargrundstücken getan. Es rächt sich, dass für diese Flächen kein Bebauungsplan existiert und die Gemeinde so kein steuerndes Planungsrecht hat.

Der Gemeinderat hat jedoch aus diesem Versäumnis gelernt. Für das nur wenige Meter nördlich gelegene Neubaugebiet Sonnenhang wurde ein Bebauungsplan erstellt, der Rechtskraft hat. Vielleicht wäre es ratsam zu untersuchen, ob es noch weitere freie Bauplätze gibt, die ohne Bebauungsplan frei nach Paragraf 34 gewinnoptimierend bebaut werden könnten. Ferner gibt es Planungsgebiete, wie Dorfländerweg, deren Bebauungspläne jahrzehntealt und durch irgendwann genehmigte Befreiungen dermaßen verwässert sind, dass der Bebauungsplan damit quasi obsolet ist.