In der Herbstausstellung der Künstlergemeinschaft „AllerArt – Kunst und Werk“ haben Jörg Hansert und Helge Weinrebe ihre Exponate vorgestellt. Angelika Steidle, Vorsitzende des Auswahlgremiums für die Gastkünstler, gab eine kurze Einleitung. Sie überließ es den Künstlern, sich selbst und ihre Arbeiten vorzustellen. Für die aktuelle Ausstellung hätten die beiden ausstellenden Künstler nicht unterschiedlicher sein können.

Jörg Hansert näht seit 40 Jahren

Jörg Hansert aus Schutterwald ist Kunsthandwerker und Musiker. Seit 40 Jahren arbeitet er an der Nähmaschine. Seine Ledertaschen weisen in ihrer Gestaltung sehr viel Individualität aus. Fast scheint es so, als ob seine Lebensgeschichte sich auch in seinen Exponaten spiegelt.

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Alles begann mit Omas Nähmaschine

„Als Teenager bekam ich die uralte Nähmaschine von meiner Großmutter“, erinnert sich der Ortenauer. Schon damals habe ihn die Arbeit mit der Nähmaschine eingenommen. Am Anfang habe er für sich selbst Kleidung genäht. „Sie sollte meinem Geschmack entsprechen und beständig sein“, waren seine Ansprüche damals. Eigentlich habe sich nichts daran geändert.

„Lederhosen waren schnell langweilig“

Schließlich fing Jörg Hansert an, Schuhe zu nähen. „Darüber bin ich zum Material Leder gekommen.“ Neben Schuhen nähte Hansert auch Lederhosen. „Aber Hosen sind schnell langweilig. Immer zwei Beine, mehr kann man da nicht machen.“ Schon früh sei er daher auf die Idee gekommen, sich mit seiner Nähmaschine selbstständig zu machen. „Das begann, als ich einem Freund ein Hemd genäht habe“, erzählt der Kunsthandwerker.

Als Musiker zog er durch Europa

Als Musiker zog er durch Europa, blieb mitunter einige Zeit vor Ort und lernte Land und Leute kennen. „Überall waren Handwerker, die mit Leder gearbeitet haben.“ Bei ihnen verfeinerte er sein Kenntnisse rund um das Material Leder. Er entdeckte die Ledertasche als das Objekt, an dem er sich künstlerisch ausleben konnte. „An der Tasche kann ich frei gestalten.“ Er schränkt aber ein, dass spitz nach unten laufende Taschen, der Schwerkraft wegen, keinen Sinn machten.

Helge Weinrebe erklärt, wie er, von einem Foto ausgehend, abstrakte Bilder am Computer generiert. Hier zeigte das Ausgangsfoto eine Küste und Luftballons.
Helge Weinrebe erklärt, wie er, von einem Foto ausgehend, abstrakte Bilder am Computer generiert. Hier zeigte das Ausgangsfoto eine Küste und Luftballons. | Bild: Mardiros Tavit

Helge Weinrebe lebt sein Hobby im Ruhestand aus

Der zweite ausstellende Künstler ist Helge Weinrebe. Dieser war zuletzt als Grundschulrektor berufstätig. Schon früher hatte er den Computer als Arbeitsgerät zur Generierung neuer Bilder entdeckt. Schon in seiner Ausbildung zum Lehramt habe er künstlerischen Unterricht erhalten. Nach dem Eintritt in den Ruhestand habe er sich in seine kreative Arbeit vertiefen können, die er bis dahin als Hobby ausgelebt habe.

Foto wird mehrfach durch Bildbearbeitungsprogramme geschickt

„Im Ruhestand hatte ich plötzlich Zeit und wurde produktiv“, erzählt Weinrebe. Er nennt sich Bildermacher, nicht Künstler. In den vergangenen sieben Jahren hatte er 20 Ausstellungen. „Gespinste“ hat er sein aktuelles Projekt genannt. Grundlage ist immer ein Foto, das er mehrfach durch digitale Bildbearbeitungsprogramme schickt, bis abstrakte Bilder entstehen.