Für den Benediktinerbruder Jakobus Kaffanke ist klar: „Wir brauchen den Dialog der Kulturen für einen gemeinsamen Weg in die Zukunft.“ Dieser Weg kann ganz unterschiedlich ausgestaltet sein. Auch mit Schriftzeichen. In China gibt es davon mehrere Tausend, aber keine Grammatik. Und erst seit Mao Zedongs Kulturrevolution werden Zeichen so gesprochen, wie sie geschrieben werden.

Großes Interesse bei Vernissage

Geschrieben? Wer in der „Kleinen Galerie Ariadne“ die neue Ausstellung „Chinesische Kalligraphien“ besucht, der wird schnell feststellen, dass es sich bei den Schriftzeichen aus dem Reich der Mitte um kleine Kunstwerke handelt. In China gilt die Kalligrafie als die anfängliche Form der Kunst. Und scheinbar ist auch bei uns das Interesse groß. Bruder Jakobus und Galerie-Inhaberin Gerlinde Kriese waren vom Zuspruch total überrascht.

3000 bis 5000 Schriftzeichen für täglichen Gebrauch

„Wer die Zeichen lesen kann, der kann sich auch damit verständigen“, sagt Chinakenner Benjamin Witt aus Ellhofen/Allgäu. Er hat 16 Jahre in China gelebt und dort Sprache und Medizin studiert. Er gab bei der Ausstellungseröffnung zusammen mit der Chinesin Cao Yilin einen Einblick in die faszinierende Schrift, die in ihren Ursprüngen über 3000 Jahre alt ist. „Für den täglichen Gebrauch reichen 3000 bis 5000 Schriftzeichen“, stellte Witt fest und hatte auch gleich mehrere davon mitgebracht, die Cao Yilin wundervoll mit Tusche und Pinsel auf dünnes Papier gemalt hatte.

Schrift als Medium zu Kommunikation

Die ältesten Schriftfragmente sind wohl sogenannte „Orakelknochen“. Daraus kann man folgern, dass die Schrift aus der Motivation entstanden ist, ein Medium für die Kommunikation mit einer jenseitigen, schamanistischen Geisterwelt zu konstruieren. Den Ursprüngen der chinesischen Schrift wird also etwas Magisches nahegelegt. Und manche Zeichen haben, je nachdem, in welchem Zusammenhang sie stehen, auch ganz unterschiedliche Bedeutungen. So ist das Zeichen für „Frau“ auch der Ausdruck für „tratschen“, wenn es dreifach benutzt wird.

Öffnungszeiten sind am 17., 21. August sowie 4. und 25. September jeweils von 18 bis 21 Uhr. An Samstagen und Sonntagen nach telefonischer Vereinbarung unter 0 75 54/89 01.