Bad Saulgau – Das Jubiläum 500 Jahre Bad Saulgauer Bächtlefest wurde nicht nur als Großereignis angekündigt, es geriet auch zu diesem. Vollauf zufrieden mit den fünf Tagen, in denen in Bad Saulgau pure Festfreude herrschte, äußerte sich Richard Frey, Präsident des Bürgerausschusses für Heimatpflege. Die Veranstaltungen waren bestens besucht und das Wetter hielt.

Biedermeierpaare zeigen Mode um 1830.
Biedermeierpaare zeigen Mode um 1830. | Bild: Reinhard Rapp

Auch Bürgermeisterin Doris Schröter drückte ihre Freude über das gelungene Fest aus. Bereits am Donnerstagabend zum Fassanstich bevölkerten mehrere hundert Besucher das Festzelt und vor allem die schattigen Außenbereiche. Der Hitze zum Trotz strömten Gäste aus der Stadt und dem weiteren Umland am Samstag auf den historischen Handwerker- und Bauernmarkt. Wer von den Kindern und auch Erwachsenen hat schon mal gesehen, wie Pferdehufe beschlagen werden oder wie Hanf bearbeitet wird? Oder wie vor Aufkommen der elektrischen Waschmaschinen von Hand gewaschen und dabei der neueste Klatsch und Tratsch verbreitet wurde? Die Ablachwäschweiber aus Mengen gaben davon Kostproben. Und eine frische Rasur nach alter Art bot ein Barbier seinen Kunden an. Vieles bot der Markt, sogar Gäste aus der französischen Partnerstadt Chalais brachten Delikatessen aus ihrer Heimat mit – dieser Stand fand auffallend viel Zuspruch.

Legendäre Figur aus Bad Saulgau: Der geadelte Pfarrer Michael von Jung mit Orden.
Legendäre Figur aus Bad Saulgau: Der geadelte Pfarrer Michael von Jung mit Orden. | Bild: Reinhard Rapp

Jeden Tag und Abend war etwas los beim Bächtlefest: Es gab musische Abende, Bogenschießen auf die Adlerscheibe, Party- und Jazzmusik, eine wundervolle Serenade der Musikkapelle Ertingen mit anschließendem Feuerwerk, Kinderspiele und Wettkämpfe bis hin zum großen Höhepunkt, dem historischen Festzug am Montagmorgen. In der Ferne hörte man schon die ersten Töne der Musikkapellen, als am Alten Kloster Richard Frey die Ergebnisse des Adlerschießens verkündete und die Urkunden überreichen ließ.

Auch Folklore aus dem Reich der Mitte gab es am Montag beim großen Festzug des Bad Saulgauer Bächtlefests zu sehen.
Auch Folklore aus dem Reich der Mitte gab es am Montag beim großen Festzug des Bad Saulgauer Bächtlefests zu sehen. | Bild: Reinhard Rapp

Der historische Festzug ist immer in drei Blöcke aufgeteilt. Dem Bächtle-Zügle folgen Kindergruppen mit Darstellungen aus der Märchen- und Folklorewelt. Danach zeigen Gruppen zu Fuß und mit Wagen altes Brauchtum, die Zünfte und das Leben der Vereine. Im dritten Teil wird die Geschichte der Stadt aus der Zeit der Kelten bis ins 19. Jahrhundert erzählt.

Das Fest kann beginnen. Bürgermeisterin Doris Schröter hat den Anstich geschafft.
Das Fest kann beginnen. Bürgermeisterin Doris Schröter hat den Anstich geschafft. | Bild: Reinhard Rapp

Insgesamt 119 Gruppen defilierten in einem nahezu zwei Stunden dauernden Festzug vor einer ansehnlichen Menge Zuschauern durch die Innenstadt und an der Tribüne mit den Ehrengästen vorbei. Erstmals wurde der Versuch gestartet, am Ende des Festumzugs alle teilnehmenden Musikkapellen zu einem Gesamtchor zu vereinen. Musikdirektor Stefan Leja dirigierte die Musiker, die teils standen, teils schon im Biergarten Platz gefunden hatten und das musikalische Unterfangen klappte schließlich.

Zimmerleute zeigen im Festzug des Bad Saulgauer Bächtlefests mit einem Dachstuhl ihre Kunst.
Zimmerleute zeigen im Festzug des Bad Saulgauer Bächtlefests mit einem Dachstuhl ihre Kunst. | Bild: Reinhard Rapp