Eigentlich hatte der Gemeinderat in seiner Sitzung vom 22. September 2015 beschlossen, die Planung für die Wasserverbundleitung von Oberhaslach nach Heiligenholz im Jahr 2016 voranzutreiben und die Leitung im Jahr 2017 zu bauen. Sie würde höheren Wasserdruck bringen und hinreichende Löschwasserversorgung garantieren. In einer Informationsveranstaltung zum Thema "Wasserversorgung in Heiligenholz" am 27. Juli 2016 hieß es dann, dass Förderanträge bis spätestens 30. September des Vorjahres gestellt werden müssen, was aber nicht geschehen sei und deshalb der Bau der jahrzehntelang ersehnten Verbundleitung in den Herbst 2018 verschoben werden müsse. "Ich glaube nicht, dass wir 2018 diese Verbundleitung bauen werden, obwohl wir es zugesagt haben", bedauerte jetzt Bürgermeister Frank Amann in der aktuellen Gemeinderatssitzung.

Amann sei im Wort und deshalb dafür, als Zwischenlösung eine Druckerhöhungsanlage anzuschaffen und einzubauen. Seiner Einschätzung vorausgingen ausführliche Erklärungen des Ingenieurs Michael Nothnagel über die aktuelle Situation der Wasserversorgung. Ferner legte Nothnagel Kostenabschätzungen aus dem Jahr 2015 vor. Genaue Berechnungen stehen allerdings noch aus. Demnach kämen für die Verbindungsleitung von 2450 Meter Länge zwischen Oberhaslach und Heiligenholz circa 220 000 Euro auf die Gemeinde zu. Eine Druckerhöhungsanlage, die höheren Wasserdruck bringen, aber das Löschwasserproblem nicht lösen würde, müssten mit circa 33 000 Euro veranschlagt werden.

Gemeinderat Peter Apfelstädt zeigte sich enttäuscht von den vorgelegten Zahlen. Er hätte mehr belastbare Zahlen erwartet, zum Beispiel, was es kosten würde, die Leitung zunächst ohne Redundanz zu bauen. Er bezweifle den Sinn einer Druckerhöhungsanlage, sagte Apfelstädt. Sie würde das Kernproblem, nämlich die unzureichende Löschwasserversorgung, nicht lösen. Apfelstädt wies darauf hin, dass noch zwei neue Häuser geplant seien, die einen höheren Wasserverbrauch verursachen würden. Gemeinderat Hubert Nadler dementierte: Man wisse nicht, wie lange der Bau der Wasserleitung noch dauern würde und er sei deshalb für die Druckerhöhungsanlage. Gemeinderat Heinrich Stengele meinte, dass man später die Stichleitung in den Ort sowieso brauchen würde, sodass für die Druckerhöhungsanlage eigentlich nur Mehrkosten in Höhe von 10 000 zu erwarten seien. Ein Gemeinderatsbeschluss wurde jedoch nicht gefasst, sondern das Thema in die kommende Haushaltsplanung vertagt. Dann wolle man prüfen, ob die Leitung eventuell doch noch im Jahr 2018 finanzierbar sei, schloss Amann.