Heiligenberg (pem) Bei der Vernissage in der Galerie AllerArt in Heiligenberg sahen Kunstinteressierte "Dinge, die einem normalen Geschäft nicht zu sehen sind", wie es Walter Kohler aus Oberuhldingen ausdrückte. Diese Erkenntnis deckt sich mit dem Anliegen des Goldschmiede-Ehepaares Sybille und Wolfgang Groh. "Jedes unserer Schmuckstücke, sei es Halskette, Armband oder auch eine Pullover-Nadel, sind Unikate."

Schmuck aus Zelluloid "europaweit einzigartig"

Sonja Schumacher aus Deggenhausertal testet eine von Sybille Grohs Zelluloid-Pullover-Nadeln am mitgebrachten selbstgestrickten Pullover.
Sonja Schumacher aus Deggenhausertal testet eine von Sybille Grohs Zelluloid-Pullover-Nadeln am mitgebrachten selbstgestrickten Pullover. | Bild: Petra Hofmann

Seit mehr als als 30 Jahren fertigen sie Schmuck aus Zelluloid – als einzige in Europa, wie sie erklären. In zwei Jahren Arbeit entwickelten sie eine Technik, Zelluloid einzufärben, zu formen und mit einem Kleber zu schweißen. In ihrem Atelier in Uhldingen-Mühlhofen kreieren sie ihre Werke. Ein Armreif wurde vor einiger Zeit vom baden-württembergischen Landesmuseum in Stuttgart gekauft.

Kunst aus Formeln am Computer

Aus einer mathematischen Formel entsteht ein "Ästhetisches Chaos".
Aus einer mathematischen Formel entsteht ein "Ästhetisches Chaos". | Bild: Petra Hofmann

Ebenfalls einzigartige Unikate lässt der Kabarettist und Künstler Sven-Erik Sonntag aus Frickingen per mathematischer Formel am Computer entstehen. Mit selbst entwickelten Formeln, in Anlehnung an Apfelmännchen/Fraktale, lässt er seine Bilder Punkt für Punkt generieren. Manche Werke benötigen mehrere Wochen Rechenzeit, bevor sie vollendet gedruckt werden. Die Erklärung zu seiner "Flame-Formel" erinnerte Victoria Vlcek aus Steigen "an das Göttliche, was in Allem zu finden ist." Anhand von Schaubildern erläuterte Sven-Erik Sonntag seine Kunst in einem längeren Vortrag, getreu des Mottos "Ich nehme mich selbst gerne auf dem Arm".

Sven-Erik Sonntag tritt auch als Kabarettist auf

Denn als Kabarettist hatte er zuvor Kunstausstellungen im Allgemeinen auf lustige Art parodiert. "Vernissagen werden nur wegen der kostenlosen leckeren Lachshäppchen besucht." Er gab einen kurzen Sketch zum Besten, in dem ein Professor eine Laudatio hält und das erlauchte Publikum gut zwei Stunden hungrig auf die erwähnten feinen Häppchen warten lässt.

Die Ausstellung ist bis 14. September täglich von 11 bis 18 Uhr bei AllerArt zu sehen.