Wenn es um das Thema erneuerbare Energien geht, scheint der Luftkurort gut aufgestellt. „Die Energiewende ist in Heiligenberg gelungen“, stellte Jens Schwarz von Netze BW in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates fest. Die Einspeisung von Strom in das Netz sei höher als der Verbrauch. Wer also an der neuen Ladesäule der Energie Baden-Württemberg (EnBW) sein Elektroauto auflade, der könne ein gutes Gewissen haben.

Neue Ladesäule sorgt auch für kommunales WLAN

Das stellte auch Kommunalberater Rico Goede von der EnBW fest. Vor der Sitzung ließen sich die Gemeinderäte die Funktionsweise der neuen Ladesäule erklären, die auf dem großen Parkplatz beim Rathaus aufgestellt wurde und demnächst auch für das erste kommunale WLAN sorgen wird.

Kapazität für zwei Autos und zwei E-Bikes

Hier können gleichzeitig zwei Autos und zwei E-Bikes geladen werden. Das Angebot werde bereits gut angenommen, wie Bürgermeister Frank Amann beobachtet hat. Wie der Bezahlvorgang funktioniert und der Strom ins Auto kommt, erklärte Goede ausführlich, sodass die vereinbarten 30 Minuten schnell verstrichen waren.

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Auch in der anschließenden Gemeinderatssitzung ging es um Strom, genauer um den Energiebericht und auch darum, wie sicher die Stromleitungen sind und ob Kunden mit großen Ausfallzeiten rechnen müssen.

377 Hausanschlüsse werden mit Energie versorgt

Jens Schwarz hatte viele Informationen mitgebracht. So sind im Bereich Mittelspannung (Hochspannung im Bereich über ein Kilovolt bis einschließlich 52 Kilovolt) 19,9 Kilometer Freileitung und 22,4 Kilometer Erdkabel auf der Gemarkung von Heiligenberg verlegt. Bei der Niederspannung (Wechselspannungen bis 1000 Volt und Gleichspannungen bis 1500 Volt) sind es 21,5 Kilometer Freileitungen und 22,4 Kilometer Erdkabel, die dafür sorgen, dass das Licht nicht ausgeht und die 377 Hausanschlüsse mit Energie versorgt werden.

Fünf Störungen sorgten für Stromausfall von 1,7 Minuten

Seit 2016 gab es im Mittelspannungsbereich fünf Störungen. Zweimal stürzten Bäume bei Sturm auf die Freileitungen, zwei Materialfehler mussten behoben werden und einmal sorgte ein Vogel in einem Trafo für Stromausfall. „Die Ausfallzeit für unsere Netzkunden lag im vergangenen Jahr bei 1,7 Minuten“, stellte Schwarz fest. Deutschlandweit betragen die Ausfallzeiten 12,7 Minuten. Er erklärte, dass in den USA die Stromkunden mit Ausfallzeiten von 112 Minuten leben müssten.

Gut 500 000 Euro in Leitungen investiert

2014 bis 2018 wurde über eine halbe Million Euro in die Leitungen auf der Ortsgemarkung investiert. Außerdem gibt es in Heiligenberg 192 Solaranlagen. „Das ist man hier richtig gut unterwegs“, freute sich Schwarz. In den vergangene Jahren sei die Stromeinspeisung stets angewachsen.

Bürgermeister will sich um Richtlinien für European Energy Award kümmern

Gemeinderat Lorenz Duelli wollte wissen, ob der European Energy Award nicht auch etwas für Heiligenberg wäre. Bürgermeister Frank Amann erklärte, dass er sich darum noch nicht gekümmert habe. Wenn der Gemeinderat das wünsche, werde die Verwaltung hier tätig. Der Vorteil könnten höhere Fördersätze bei der energetischen Sanierung von Gebäuden sein. Davon habe die Gemeinde allerdings nicht sehr viele.