Redensarten müssen nicht immer zutreffen. Wenn der Volksmund sagt, dass „was nichts kostet, nichts wert ist“, dann war dies zumindest am Sonntagvormittag nicht zutreffend. Denn wer vor dem Sennhof einen Schattenplatz ergattern konnte, der erlebte eine unbeschwerte und von hervorragender Musik geprägte Matinée und musste nicht einmal Eintritt dafür zahlen.

Spielfreude und enormes Repertoire

Das „Trio Cajon“ war bereits zum fünften Mal in Heiligenberg zu Gast und begeisterte mit Spielfreude, einem enormen Repertoire von Easy-Jazz über Soul bis zu Evergreens und einer ganz besonders sympathischen Ausstrahlung. Gesanglich und instrumental bot das Trio beste Qualität und das vollkommen ohne elektronischen Schnickschnack.

Bass und Gitarre gleichzeitig

Abgesehen von einem kleinen Kästchen, das Gitarrist Gerhard „Beefy“ Wurst vor sich auf dem Boden stehen hatte. Es dient dazu, die drei tiefen Saiten der Gitarre elektronisch tiefer zu stimmen. Damit wird eine Spieltechnik ermöglicht, die nur ganz wenige Musiker beherrschen: Man spielt Bass und Gitarre gleichzeitig. So waren groovige Bassläufe zu hören, obwohl ein Bassgitarrist weit und breit nicht zu sehen war. Für jeden Saitenkünstler ist das eine Herausforderung. „Beefy“ meisterte diese aber absolut gekonnt und mit dem nötigen Gefühl.

Ein ganz besonderer Sound

Auch Schlagzeuger Andy Schoy, der schon bei vielen Musicals mitgewirkt hat, spielt nicht so ganz „normal“. Wo bei einem üblichen Drumset die Basstrommel steht, da befindet sich bei ihm eine Holzkiste. Kenner wissen, dass es sich dabei um ein Basscajon handelt. Und das wird dann mittels einer üblichen Fußmaschine bedient. Konzerttrommel? Nicht bei Andy. Auch da steht eine besondere Ausführung eines Cajons, jenes Instrumentes, das üblicherweise mit der Hand geschlagen wird und als „Kistentrommel“ bekannt ist. Zusammen mit der Gitarre gibt das einen ganz besonderen Sound.

Sängerin überzeugt mal soft, mal rockig

Und der passt hervorragend zur Stimme von Sigrun Schuhmacher, die Jazz und Pop studiert hat und dermaßen vielseitig ist, dass man nur staunen kann. Mal soft und mal rockig interpretiert sie auch ihre selbst geschriebenen Songs. Und die gibt es sogar in deutscher Sprache.