Es ist mittlerweile weit mehr als nur ein Geheimtipp: das Klang-Feuerwerk in Heiligenberg im Rahmen der Silvesterparty des Narrenvereins Wolkenschieber. Die Mischung aus akustischen und visuellen Effekten zieht jedes Jahr bis zu 1000 Besucher in den Innenhof des Schlosses und viele weitere in die Umgebung, die das Spektakel zum Auftakt eines neuen Jahres verfolgen.

250 Einzelzündungen sind geplant

Auch dieses Jahr verspricht das Feuerwerk wieder spektakulär zu werden. Verantwortlich dafür ist bereits zum achten Mal Pyrotechniker Stefan Burgenmeister von B. Light Veranstaltungen aus Altheim. Und er lässt bereits vorher einige streng geheime Informationen raus: „Wir werden gleich zum Auftakt drei Fünf-Zoll-Königsbomben zünden.“ Das sind beachtliche Feuerwerkskörper in Form von Kugeln mit einem Durchmesser von etwa 125 Millimetern. Was dann aber noch alles in den etwa zwölf Minuten folgen wird, möchte er nicht verraten. Nur so viel: „Es wird insgesamt etwa 250 Einzelzündungen mit insgesamt mehr als 2000 Schuss geben“, sagt Stefan Burgenmeister – und das bei einer Dauer von gut 700 Sekunden.

Das Feuerwerk lockte auch im vergangenen Jahr viele Besucher teils auch aus der weiteren Umgebung nach Heiligenberg.
Das Feuerwerk lockte auch im vergangenen Jahr viele Besucher teils auch aus der weiteren Umgebung nach Heiligenberg. | Bild: SK

Abstimmung auf Musik muss exakt sein

Bis es aber so weit ist, bedarf es einer intensiven und vor allem akkuraten Vorbereitung, damit die Bomben, wie die Pyrotechniker die Feuerwerkskörper nennen, auch auf die Musik genau explodieren. „Ich versuche zunächst, anhand von Produktvideos eine Komposition auf Musik zusammenzustellen“, erklärt der Pyrotechniker. „Das alleine dauert einen guten Tag.“ Wenn das Feuerwerk theoretisch steht, beginnt die praktische Arbeit, denn zum einen müssen die zahlreichen Abschussrohre und die jeweiligen Zündungen vorbereitet werden. Außerdem muss jede einzelne der 250 Zündungen sekundengenau programmiert werden. „Hierbei muss zum einen die Musik und zum anderen die Flugzeit bis zur Detonation berechnet werden“, erklärt Stefan Burgenmeister. „Das ist noch einmal ziemlich zeitaufwendig.“

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Mischung für jedermann

Bei der Musikauswahl für das Feuerwerk versucht der Pyrotechniker, eine Mischung für jedermann zu finden. „Ich versuche sowohl etwas Klassisches als auch Rock und Pop unterzubekommen“, sagt er. „Damit soll ein breit gefächertes Publikum angesprochen werden, damit jeder etwas davon hat.“

Aufbau beginnt am Silvestermorgen

An Silvester beginnt dann bereits am Vormittag der Aufbau zwischen Schloss und Schlosshof. Es müssen etwa 20 Gestelle positioniert werden, in denen bis zu acht Abschussrohre befestigt sind. Außerdem werden auch zahlreiche Feuerwerksbatterien zum Einsatz kommen. „Es sind dieselben Batterien, die ich in meinem Feuerwerksverkauf auch anbiete“, betont Stefan Burgenmeister. Danach folgt die aufwendige Verkabelung, damit die Bomben mit einer sogenannten „Time-Code-Zündung“ auch sekundengenau abgeschossen werden. „Das ist jedes Mal die größte Aufgabe“, erzählt der Pyrotechniker.

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Klare Sicht ist wichtig

Allerdings gibt es auch noch einen nicht beeinflussbaren Faktor: das Wetter. Vor allem der Nebel kann in Heiligenberg durchaus einen Strich durch die Rechnung machen. Vor zwei Jahren war er so dicht, dass das Feuerwerk gar nicht komplett gezündet wurde. „Wenn die Bomben auf 150 Meter Höhe fliegen, sollte man sie schon sehen können“, sagt Stefan Burgenmeister.

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Der 31-Jährige weiß jedenfalls heute schon ganz genau, was er an Silvester um kurz vor 0 Uhr macht: Er wird die Zündboxen aktivieren, die er den ganzen Tag installiert hat, und sein großes Feuerwerk starten, das mit drei Fünf-Zoll-Königsbomben um Punkt Mitternacht das neue Jahr begrüßen wird.