Am Samstag um 14 Uhr wird das Paar langsamer zum Altar schreiten als vor 60 Jahren. Und die Gedanken werden bestimmt auch unterschiedlich sein.

Sechs Jahrzehnte gemeinsam verbracht

Am 10. Juli 1958 dachten sie wohl eher an die Zukunft und wie es sein wird, wenn die Familie sich vergrößert. Dieses Mal werden auch die vergangenen sechs Jahrzehnte im Gedächtnis sein. Sechs Jahrzehnte, in denen das Paar zwar auch manchmal Meinungsverschiedenheiten hatte, wie Sofie Schmieder erzählt, aber in denen man sich immer wieder vertragen hat. „Wenn wir eingeschlafen sind, dann hielten wir uns wieder an den Händen“, erinnert sich die 80-Jährige.

Auf dem roten Bänkchen vor dem Haus

Und das Händchenhalten, das haben sie bis heute nicht verlernt. Auch wenn sie gemeinsam auf dem roten Bänkchen vor dem Haus sitzen, das die Enkel erst vor einiger Zeit wieder in einen super Zustand versetzt haben. „Die Bank habe ich vor vielen Jahren selbst gemacht“, erzählt Eduard Schmieder. Er war schon immer handwerklich begabt und hat „im Haus und drumherum immer alles gemacht“, wie seine Frau stolz erzählt. Gearbeitet hat der heute 84 Jahre alte Wintersulger viele Jahre in der Maschinenfabrik Karl Roßknecht in Pfullendorf, später dann beim Kipptorbau. Seine Frau Sofie stammt aus Sylvenstal, arbeitete als Näherin und dann viele Jahre in Föhrenbühl. Kennengelernt haben sich die beiden mehr durch Zufall.

Sechs Töchter, 17 Enkel und sieben Urenkel

„Der Eduard war mit einem Freund auf dem Weg von Wintersulgen nach Pfullendorf zum Radrennen“, erinnert sich Sofie. Sie machten einen Schlenker über Sylvenstal, wo der Freund schon eine Schwester von Sofie kannte. Vier Mädels standen in der Küche und da funkte es sofort zwischen Eduard und Sofie. Einige Stunden später traf man sich zufällig im Kino in Denkingen. Es wurde eine große Liebe und dass man dann heiratete, das war klar. Sechs Töchter, 17 Enkel und sieben Urenkel sind das Ergebnis einer großen Liebe, die auch heute noch Bestand hat. Und die Zufriedenheit, die sie ausstrahlen.