Für die Freunde des närrischen Brauchtums ist klar: Die Fastnacht findet im Winter statt. Gar so viel weiße Pracht wie am Wochenende hätte es aber nicht sein müssen. So betätigten sich die Wolkenschieber als Veranstalter des Freundschaftstreffens des Alemannischen Narrenrings im Vorfeld mehr als Schnee- denn als Wolkenschieber.

Narrenumzug von allen Wetterlagen begleitet

Ganz dick kam es am gestrigen Sonntag. Der Narrenumzug am Nachmittag wurde von allen Wetterlagen begleitet. Herrmann Förster, Chronist der Wolkenschieber, wird es sicherlich festhalten: Im 111. Jahr des Bestehens des Narrenvereins gab es einen Umzug, der von Eis und Schnee, von Nebel und Kälte, aber auch vom Optimismus der Narren geprägt war.

Gardemädchen dürfen beim Umzug nicht fehlen. Hier die Damen vom Heiligenberger Patenverein aus Illmensee. Sie marschieren voller Ausdauer beim Umzug mit – trotz Eis und Schnee.
Gardemädchen dürfen beim Umzug nicht fehlen. Hier die Damen vom Heiligenberger Patenverein aus Illmensee. Sie marschieren voller Ausdauer beim Umzug mit – trotz Eis und Schnee. | Bild: Fahlbusch, Karlheinz

Noch in der Nacht waren die Bewirtungszelte von den Schneemassen befreit worden, um die Sicherheit zu gewährleisten, und die Räumfahrzeuge fuhren pausenlos. Eine Änderung gab es bei der Schirmherrschaft der Veranstaltung. Christian Erbprinz zu Fürstenberg hatte wegen eines Todesfalls in der Familie seine Teilnahme abgesagt.

Bürgermeister Amann übernimmt Schirmherrschaft

Bürgermeister Frank Amann sprang für ihn ein. Im Vorfeld zu der Situation in Heiligenberg befragt, hatte er am Samstagabend gesagt: "Schauen wir mal, was das Wetter morgen macht. Wir ziehen das aber durch. Immer positiv denken."

Leicht verrückt, aber richtig gut: Die Blechrebellen Hosskirch-Ostrach heizen dem Publikum an der Umzugsstrecke mächtig ein.
Leicht verrückt, aber richtig gut: Die Blechrebellen Hosskirch-Ostrach heizen dem Publikum an der Umzugsstrecke mächtig ein. | Bild: Fahlbusch, Karlheinz

Bereits beim Tiermaskenumzug am Samstag hatte teilweise ein eiskalter Wind gepfiffen. Die Zuschauer waren trotzdem gekommen und vor allem die Kinder hatten großen Spaß. Denn Tiere sind nicht so gruselig wie Hexen oder manche andere Masken. So hatte es keine Angsttränen, sondern nur Bonbons von den Maskenträgern gegeben.

Familienfoto der besonderen Art: Ein Bock aus Taisersdorf nimmt beim Tiermaskenumzug am Samstagabend Kontakt auf.
Familienfoto der besonderen Art: Ein Bock aus Taisersdorf nimmt beim Tiermaskenumzug am Samstagabend Kontakt auf. | Bild: Fahlbusch, Karlheinz

Tiermaskenumzüge sind eine Rarität mit geringer Teilnehmerzahl. Anders der Umzug am Sonntag: 4700 Narren aus 52 Zünften und Narrenvereinen nebst Musikkapellen und Guggenmusiken standen auf dem Ablaufplan. Die hatten jedoch echte Probleme, zum Aufstellungsplatz zu kommen. Es hatte in der Nacht so stark geschneit, dass die Straßen eng und die Schneemassen hoch waren. Tausende Zuschauer standen nicht an den Straßen. Wer es aber nach Heiligenberg geschafft hatte, erlebte einen Umzug mit viel Abwechslung und motivierten Hästrägern. Sie waren trotz des Wetters zu allerlei Späßen bereit.

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