Ellen und Rainer Schlothauer sind seit 35 Jahren Stammgäste im Gasthaus Seeblick. Eigentlich waren sie aber noch öfter am Bodensee, wie Rainer Schlothauer erzählt. Er sei als Jugendlicher schon mit seinen Eltern in den Ferien an den Bodensee gefahren und die erste Fahrradtour mit ihren eigenen Kindern habe sie ebenfalls rund um den See geführt.

Damals übernachteten sie in einer Pension und entdeckten dabei das Gasthaus Seeblick. Die Lage habe ihnen gefallen und sie buchten dort für das darauffolgende Jahr. Mittlerweile waren sie seit 1984 35 Mal da, mit kurzen Unterbrechungen aus gesundheitlichen Gründen, wie Schlothauer erzählt.

Ellen und Rainer Schlothauer machen seit 35 Jahren Urlaub in Hagnau.
Ellen und Rainer Schlothauer machen seit 35 Jahren Urlaub in Hagnau. | Bild: Lorna Komm

Dennoch seien sie keine Gewohnheitstiere, wie Ellen Schlothauer betont. Neben regelmäßigen Besuchen auf Sylt haben sie auch in Amerika, Schweden oder Norwegen Urlaub gemacht sowie auf den Kanaren oder auf Mallorca – bevor es dort mit dem Massentourismus losging. „Wir mögen es nicht, wenn es so überfüllt ist“, sagt Ellen Schlothauer.

So sind sie froh, dass sie inzwischen nicht mehr an die Ferienzeiten gebunden sind. Außer, wenn mal ein Enkelkind mitgefahren ist. „Als unsere Enkel 17 und 19 Jahre alt waren, wollten sie unbedingt mit und schauen, wo es uns so gut gefällt“, erzählt die Pensionärin. Natürlich seien sie auch mit ihnen auf dem Höhenweg gewesen.

„Jeder Tag ist unterschiedlich“

Das sei noch vor der Erkrankung ihres Mannes gewesen. Als er dann genesen war und wieder eigenständig laufen konnte, riefen sie ihre Familie vom Bänkle auf dem Höhenweg aus an. Alle hätten sich gefreut, dass Opa wieder auf den See schauen konnte. „Das ist überhaupt nicht langweilig, am Wasser sieht es immer wieder anders aus, jeder Tag ist unterschiedlich“, sagt Rainer Schlothauer und schwärmt vom Nebel über dem See, dem Blick auf die Berge, mal mit Schnee, mal ohne. Auch die Weinlese, die in diesem Jahr früher begonnen hat, haben Schlothauers so noch nie erlebt.

Spätburgunder des Jahrgangs 2022: Rebflächen des Weinguts Kress in Hagnau.
Spätburgunder des Jahrgangs 2022: Rebflächen des Weinguts Kress in Hagnau. | Bild: Hilser, Stefan

Früher sind sie viel mit dem Fahrrad unterwegs gewesen, haben Touren ins Hinterland und bis nach Stein am Rhein unternommen – teilweise auch als Gruppe mit befreundeten Paaren aus ihrer Heimat, dem Taunus. Mittlerweile geht das aus Altersgründen nicht mehr. „Wir sind zusammen 164 Jahre alt und ich bin zwei Jahre älter als meine Frau“, scherzt Rainer Schlothauer. Doch das Auto lassen sie dennoch meistens stehen. „Wir laufen viel, gerne auch am Uferweg entlang, oder fahren mit dem Bus oder dem Schiff“, sagt seine Ehefrau. Ein Besuch in Konstanz sei ebenfalls ein „Pflichttermin“.

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Das Wasser hat es ihnen eindeutig angetan, Rainer Schlothauer machte am See das Bodenseeschifferpatent und etliche Jahre lang hatten sie bei ihren Urlauben eine kleine Jolle als Anhänger am Auto mit dabei.

Hagnaus Flair hat sich nicht verändert, finden die Schlothauers

Als Stammgäste haben sie auch die Änderungen in dem Fischer- und Winzerort mitbekommen. „Hagnau ist moderner geworden, aber der Charakter hat sich nicht geändert, das Flair ist geblieben“, sagt Rainer Schlothauer, der auch Interesse an den kommunalpolitischen Themen hat. „Bei den Staus auf der Bundesstraße 31 ist es wichtig, dass eine Umgehung kommt“, meint er.

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Gastgeber Markus Heinzler fügt an, dass das Ehepaar auch immer interessiert an den Entwicklungen vor Ort sei und schiebt als Anekdote hinterher, dass Schlothauers ihm nach den Meldungen wegen Niedrigwassers eine Flasche Wasser mitgebracht hätten, um den See wieder aufzufüllen.

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Seinen nächsten Aufenthalt hat das Paar schon gebucht

Die langjährigen Gäste, die nächstes Jahr den 60. Hochzeitstag feiern und Hagnau als zweite Heimat bezeichnen, planen bereits ihren nächsten Aufenthalt, wie Rainer Schlothauer am Ende noch verrät: „Wir haben schon für nächstes Jahr gebucht.“