Großes Fest am 3. Mai im Hagnauer Museum: Vernissage der Sonderausstellung „Mitmenschen“ von Helga Miethke, Einweihung des neuen Raumes mit der Dauerausstellung zu Stefan Lochner und Vorstellung des neuen Büchleins von Diethard Hubatsch – so hätte es eigentlich kommen sollen. Doch auch den Museumsmachern des Heimat- und Geschichtsvereines rund um Rudolf Dimmeler kam Corona dazwischen. Jetzt haben sie am Sonntag ganz ohne festlichen Rahmen und ohne offizielle Einladungen ihr Museum geöffnet, so dass der Besucherandrang in Grenzen blieb.

Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie

Auch das Hagnauer Museum hat sich auf Corona eingestellt und seine Kasse mit einer Scheibe getrennt, hinter der gerade Bärbel Gotterbarm und Karin Dimmeler Dienst tun.
Auch das Hagnauer Museum hat sich auf Corona eingestellt und seine Kasse mit einer Scheibe getrennt, hinter der gerade Bärbel Gotterbarm und Karin Dimmeler Dienst tun. | Bild: Uwe Petersen

Doch die Terminverschiebung und die fehlende Vernissage sind nicht das einzige Zugeständnis an Corona: Es gilt in den Räumen eine Maskenpflicht, der Kassenbereich ist mit einem großen Schutzschirm versehen und zunächst bis Ende Juli öffnet das Museum nur sonntags. „Ob wir ab August dann auch wieder donnerstags öffnen können, wissen wir noch nicht. Das hängt von der weiteren Entwicklung ab“, kann Dimmeler noch nichts Konkretes sagen.

„Mitmenschen“ in verschiedenen Stilen

Helga Miethke verucht ihrer Figur scherzhaft eine Maske vorzuhalten, aber der Mann ist dafür zu groß geraten.
Helga Miethke verucht ihrer Figur scherzhaft eine Maske vorzuhalten, aber der Mann ist dafür zu groß geraten. | Bild: Uwe Petersen

Am Sonntag ist er erst einmal froh, dass das Museum überhaupt wieder geöffnet hat und dass so viele gekommen sind, dass eine gute Stimmung herrscht, aber wenig genug, um alle Abstandsbestimmungen einhalten zu können. Auch Helga Miethke ist gekommen und trägt nicht nur selbst eine Maske, sondern hält sie spaßeshalber auch einigen ihrer gemalten Menschen vor. „Ich male ja sehr viele Dinge und benutze dazu auch verschiedenste Techniken“, verrät die in Pfullendorf geborene Künstlerin, die heute in Leonberg bei Stuttgart und „drei Monate im Jahr in Brasilien„ lebt, wo sie Familie hat. „Hier habe ich nur Bilder von Menschen ausgestellt, weil die Ausstellung ja ‚Mitmenschen‘ heißt.“ Kleinste Federzeichnungen, große Ölgemälde und zum Teil eingearbeitete Erde und Sand oder dreidimensionale Collagen hinter Glas zeigen die Vielfalt ihres Schaffens. „Dabei habe ich keinen bestimmten Stil, sondern male, wie und auf was ich gerade Lust habe.“

„Die Rätsel der Madonna„ jetzt als feste Ausstellung

Die erfolgreiche Stefan-Lochner-Ausstellung „Die Rätsel der Madonna“ wird in leicht veränderter Form jetzt als Dauerausstellung in einem eigenen Raum gezeigt.
Die erfolgreiche Stefan-Lochner-Ausstellung „Die Rätsel der Madonna“ wird in leicht veränderter Form jetzt als Dauerausstellung in einem eigenen Raum gezeigt. | Bild: Uwe Petersen
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Einen ganzen Raum für sich hat Stefan Lochner bekommen. „Im Prinzip ist es die Sonderausstellung ‚Die Rätsel der Madonna‚, die wir angepasst und jetzt als feste Ausstellung aufgebaut haben“, erklärt Dimmeler. „Dazu haben wir die frühe Geschichte Hagnaus, die in diesem Raum gezeigt wurde, erst einmal auf den Flur verbannt. In den nächsten Jahren wollen wir die beiden hinteren Räume umgestalten und dort die frühe Geschichte und das Kapitel Hansjakob neu präsentieren.“

Spaziergang durch sechs Klosterhöfe

Diethard Hubatsch stellte den Besuchern des ersten Museumstags sein neues Büchlein „Die Hagnauer Klosterhöfe – ein Spaziergang durch Hagnau“ vor.
Diethard Hubatsch stellte den Besuchern des ersten Museumstags sein neues Büchlein „Die Hagnauer Klosterhöfe – ein Spaziergang durch Hagnau“ vor. | Bild: Uwe Petersen

Schließlich tritt auch Dimmelers Stellvertreter Diethard Hubatsch in Aktion. Er hat wieder ein Büchlein zu Hagnau erstellt, das alte Aufnahmen mit neuen Photos von Harald Gutemann kontrastiert. Thema sind die immerhin sechs Klosterhöfe: „Eine ungewöhnliche Konstellation, die so in anderen Dörfern der näheren Umgebung nicht zu finden ist“. Mit dem Titel „Die Hagnauer Klosterhöfe – ein Spaziergang durch Hagnau„ soll es zu einem Rundgang animieren. Es wird im Museum und bei der Touristinformation verkauft.