Bürgermeister Volker Frede beschwört seit seinem Amtsantritt die Wichtigkeit der Bundesstraße: „Keine Sitzung ohne die B 31“, beginnt er üblicherweise seine neuesten Meldungen zum Stand der Entwicklung. Doch diesmal hat er die Hoffnung, dass zumindest die Planungsphase bald abgeschlossen ist. Ein vielleicht letztes Mal greift der Hagnauer Gemeinderat in die Debatte um Verlauf und Gestaltung der neuen Trasse ein und untermauert seine Ansicht mit einer einstimmig beschlossenen Resolution.

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Dass die von den Planern bevorzugte Trasse B1 nicht die Lieblingstrasse der Hagnauer war, ist allseits bekannt: Sie hätten die Trasse lieber weiter im Hinterland gesehen, etwa da, wo derzeit die B 33 verläuft. Die B1 geht nun sehr viel näher an Hagnau vorbei und wird deshalb auch Obstplantagen und Rebgelände verbrauchen. Die Resolution fordert hier, dass „schwer oder nicht ersetzbare landwirtschaftliche Fläche weitgehend bewahrt“ werden soll.

Reduzierung des Regelquerschnitts um sieben Meter

Dazu macht sie einen konkreten Vorschlag: „In Anbetracht der Sensibilität unserer hochwertigen Bodenseeuferlandschaft spricht sich die Gemeinde Hagnau am Bodensee für eine Reduzierung des Regelquerschnittes um sieben Meter auf einen sogenannten RQ21 aus, konkret bedeutet dies eine zweibahnige, vierstreifige Straße ohne Standstreifen.“ Dieses sei ein Kompromiss zwischen der Leistungsfähigkeit der Straße einerseits und einer Reduzierung des Flächenverbrauchs andererseits.

Für die alte B 31 sieht man nach dem Rückbau die Möglichkeit, „im Rahmen der Mobilitätswende den zunehmenden Fahrrad- und öffentlichen Nahverkehr aufzunehmen“. Zudem „fordert die Gemeinde Hagnau eine optimierte Trassenführung und optimierten Lärmschutz im Norden Hagnaus„. Sie erwarte, dass „der bislang geführte Dialogprozess im weiteren Verfahren fortgesetzt wird“.

Warum die Hagnauer mittlerweile die ungeliebte B1-Variante akzeptieren, brachte Harald Gutemann auf den Punkt: „Wir warten schon so lange auf eine Lösung und waren noch nie so nah dran, wie jetzt. Da müssen wir schauen, dass die neue Straße möglichst bald kommt.“ Bürgermeister Volker Frede ergänzte, dass damit ja nicht nur Hagnau, sondern der ganzen Region geholfen werde.

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