Gespannt warteten die Mitglieder der Hagnauer Volksbank bei ihrer Generalversammlung im Saal des Winzervereins, wie Vorstand Thomas Urnauer das vergangene Jahr bewerten würde. Denn nicht alle Zahlen lagen auf Rekordkurs – ein für Hagnau ungewohntes, aber angesichts der anhaltenden Niedrigzinspolitik nicht verwunderliches Bild. "Falls sich das Zinsniveau nicht wieder in die andere Richtung bewegt, könnte es hier in den kommenden Jahren durchaus zu einer Anpassung kommen", stimmte Urnauer die Mitglieder auf niedrigere Dividenden in den nächsten Jahren ein. Aktuell schüttet die Volksbank Hagnau 4,5 Prozent Dividende aus.

Die Führung der Volksbank zusammen mit den Geehrten (von links): Vorstand Werner Meichle, Prokurist Felix Baur, die fünfzigjährigen Mitglieder Klaus Siebenhaller, Richard Ainser, Lorenz Schwarz und Karlheinz Böttcher, Theresia Ehrlinspiel, für 60 Jahre Mitgliedschaft geehrt, der Aufsichtsratsvorsitzende Volker Frede und Vorstand Thomas Urnauer.
Die Führung der Volksbank zusammen mit den Geehrten (von links): Vorstand Werner Meichle, Prokurist Felix Baur, die fünfzigjährigen Mitglieder Klaus Siebenhaller, Richard Ainser, Lorenz Schwarz und Karlheinz Böttcher, Theresia Ehrlinspiel, für 60 Jahre Mitgliedschaft geehrt, der Aufsichtsratsvorsitzende Volker Frede und Vorstand Thomas Urnauer. | Bild: Uwe Petersen

Doch insgesamt fiel sein Bericht positiv aus und so sprach Urnauer auch von einem "zufriedenstellenden Geschäftsjahr". Die Bilanzsumme lag mit 118,7 Millionen Euro, drei Prozent über dem Vorjahr. Der Jahresüberschuss liegt trotz deutlich geringerer Zinserträge (minus 136 000 Euro) nur 8000 Euro unter dem Vorjahr. Stolz verwies Urnauer auch auf die soziale und regionale Bedeutung der Hagnauer Volksbank. Die Gemeinden Hagnau und Immenstaad konnten allein mit 106 000 Euro Gewerbesteuern direkt von den insgesamt 231 000 bezahlten Steuern profitieren. Zusammen mit der hauseigenen Stiftung und dem Gewinn-Sparverein konnten 12 000 Euro an Vereine und soziale Einrichtungen gespendet werden, darunter die Bücherei in Hagnau und die Kindergärten beider Gemeinden.

Lob für die Genossenschaftsidee

Winzer-Hausherr Karl Megerle, der die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat vornahm, konstatierte: "Das solide Geschäftsmodell hat sich bewährt. Das Urteil 'zufriedenstellend' war wohl untertrieben in dieser schwierigen Zeit." Selber Vorstand einer Genossenschaft, lobte er die Genossenschaftsidee der Volksbank. In diese Kerbe schlug auch Volker Frede, der zusammen mit Peter Röhrenbach erneut in den Aufsichtsrat gewählt wurde: "Diese Bank ist nicht irgendeine Bank – diese Bank ist unsere Bank!"

Der Kabarettist Werner Koczwara unterhielt die Mitglieder nach ihrer Generalversammlung mit dem Programm "Am Tag, als der Grenzstein verrückt wurde".
Der Kabarettist Werner Koczwara unterhielt die Mitglieder nach ihrer Generalversammlung mit dem Programm "Am Tag, als der Grenzstein verrückt wurde". | Bild: Uwe Petersen

Den Abschluss des Abends bildeten zwei gesellige Programmpunkte. Zuerst wurden über 30 Mitglieder für 40, 50 und einmal sogar für 60 Jahre Mitgliedschaft geehrt. Anschließend trat der Kabarettist Werner Koczwara mit seinem Programm "Am Tag, als der Grenzstein verrückt wurde" auf, in dem er kuriose Klagen und Urteile aus der deutschen und österreichischen Justiz zum Besten gab.