Liza Mareen Lukács hat ein vierwöchiges Praktikum im Hagnauer Rathaus gemacht – und ist dafür knapp 1000 Kilometer weit von der ungarischen Stadt Gyöngyös an den Bodensee gereist. „In unserer Schule in Ungarn gibt es ein sogenanntes Erasmus-Programm an dem wir teilgenommen haben“, erzählt Lukács. Gemeinsam mit zwei weiteren Mitschülerin hat sich die 18-Jährige dafür entschieden, nach Deutschland zu gehen und ihr Praktikum im Touristensektor zu machen.

Österreichisch zu verstehen ist nicht leicht

„Am Anfang hatte ich Schwierigkeiten, den österreichischen Dialekt zu verstehen“, sagt Lucács, „Aber später habe ich mich daran gewöhnt.“ Die 18-Jährige lernt Deutsch in der Schule.

Nach dem Abitur will die junge Ungarin wieder zurück an den Bodensee.
Nach dem Abitur will die junge Ungarin wieder zurück an den Bodensee. | Bild: Katrin Gerber

Neben vielen neuen deutschen Begriffen wie „kuvertieren“, die die junge Ungarin bei Büroarbeiten im Rathaus kennengelernt hat, weiß Lucács jetzt auch, was die Wörter „Maultaschen“ und „Spätzle“ bedeuten. Und der Dialekt ist ihr aufgefallen: Am Bodensee würden viele Menschen „esse“ statt „essen“ sagen.

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Schülerin fotografiert Gräber

Die Aufgaben der Ungarin im Praktikum im Rathaus waren sehr vielfältig. Zum Beispiel hat Lucács an der Schiffsanlegestelle Tickets verkauft und auf dem Friedhof die Gräber fotografiert. „Das finde ich toll, dass man sich hier dafür interessiert, ob Gräber schön aussehen“, sagt die 18-Jährige. Deutschland ist der Schülerin keineswegs fremd. Ihre Mutter kommt aus der Nähe von Berlin. Lukács Großeltern leben immer noch dort – die 18-Jährige besucht sie regelmäßig.

Die 18-jährige Ungarin Liza Mareen Lukács hat ein Praktikum im Hagnauer Rathaus gemacht.
Die 18-jährige Ungarin Liza Mareen Lukács hat ein Praktikum im Hagnauer Rathaus gemacht. | Bild: Katrin Gerber

Während ihrem Praktikum wurden Lukács und ihre beiden Mitschüler von Lehrern der Constantin-Vanotti-Schule in Überlingen betreut. Im Hagnauer Rathaus war Timo Waizmann für Lucács zuständig. Die junge Ungarin erzählt, dass ihr die Arbeiten im Büro viel Spaß gemacht haben. Sie liebe es, Neues zu lernen.

Lukács will wieder an den See

Einige Tage, nachdem Liza Mareen Lukács wieder in ihrer Heimatstadt in Ungarn ist, schreibt sie dem SÜDKURIER: „Es ist keine Frage, ob ich wieder nach Deutschland komme. Natürlich.“ Und das dauert gar nicht mehr so lange. Im Frühjahr absolviert die 18-Jährige ihr Abitur. Gleich im Anschluss will sie zurück an den Bodensee.