Die diesjährige Ausstellung des Hagnauer Museum verbuchte zum Auftakt einen fast vollen Reinhard-Sebastian-Zimmermann-Saal. Zu Gast waren vor allem Hagnauer, einige Meersburger und neben Bürgermeister Volker Frede auch sein Vorgänger Simon Blümcke, der selbst Mitglied des ausrichtenden Heimat- und Geschichtsvereins ist. "Die Rätsel der Madonna" zeigt Bilder von Stefan Lochner, der nach dem Stand der Forschung als gebürtiger Hagnauer gilt.

Museumsleiter Rudolf Dimmeler erzählte von den Tücken einer Ausstellung, die ganz ohne Originale auskommen muss, dafür aber mit einer Vielzahl hochwertiger Reproduktionen glänzt. "Die seltenen und kostbaren Originale aus dem Mittelalter gibt das Museum in Köln natürlich nicht heraus." Immerhin gilt Stefan Lochner als größter Künstler der Kölner Schule und wird in einem Atemzug mit Albrecht Dürer genannt. Doch die Ausstellung kann auch so überzeugen und einen Eindruck von dem vermitteln, was Stefan Lochner und die christliche Kunst des Mittelalters ausmacht, "eine Zeit, in der viele Menschen nicht lesen konnten und deshalb alle Inhalte über Bilder vermittelt werden mussten", wie Festrednerin Barbara Lorenzer erklärte.

Die gelernte Restauratorin hatte mit einer Vitrine zur Ausstellung beigetragen, in der die Maltechniken und die Herstellung der Farben im Mittelalter erklärt werden. Über diese Techniken referierte sie auch in ihrem Vortrag. Mit Steffi Brockschläger hat eine weitere Frau großen Anteil an der Ausstellung. Die aus Herdwangen-Schönach stammende Designerin hatte das Konzept der Ausstellung entwickelt, "von dem nur in wenigen Punkten abgewichen wurde", wie Dimmeler betonte.

Die Ausstellung bezieht die Besucher aktiv mit ein. Per Kopfhörer erfährt man Fakten über Stefan Lochner und seine Zeit und zu den einzelnen Exponaten. Es lohnt sich, die Bilder ganz genau anzuschauen und dabei auf Einzelheiten zu achten. So enträtselt man nach und nach "Die Rätsel der Madonna" und der anderen Exponate: Ein schönes Experiment.

Die Ausstellung ist bis zum 28. Oktober jeden Donnerstag von 16 bis 18.30 Uhr und jeden Sonn- und Feiertag von 15 bis 17.30 Uhr geöffnet.