Das achte Sinfoniekonzert der „Hagnauer Konzerte“ in der Pfarrkirche St. Johann Baptist war als „Mozart Gala“ deklariert. Georg Mais ist musikalischer Leiter der als Dreifachangebot im Jahr laufenden Konzertreihe. Er dirigierte das zum zweiten Mal an den Bodensee eingeladene, aufstrebende Orchester „Junge Philharmonie„ aus Lemberg (Westukraine) und machte auf die kulturelle Bedeutung der ehemals habsburgischen Kulturmetropole in der heutigen Westukraine mit ihrer besonderen Mozart-Pflege aufmerksam: Franz Xaver Wolfgang Mozart, jüngster Sohn von Wolfgang Amadeus, lebte als Musiker 25 Jahre in der Stadt (1813 bis 1838). Mit der „Mozart Gala“ sollte auch an den 300. Geburtstag von Mozarts Vater Leopold erinnert werden. Mais hatte in der Werkauswahl die Vielseitigkeit des kompositorischen Schaffens von Wolfgang Amadeus Mozart gewürdigt – mit bekannt-berühmten Auszügen aus Opern und der „großen“ Sinfonie Nr. 40 g-Moll.

Mykula (Bariton) und Anastasia (Sopran) Kornutiak im Duett Cinque, dieci, venti (Susanna/Figaro) aus der 1. Szene in Le Nozze die Figaro (KV 492).
Mykula (Bariton) und Anastasia (Sopran) Kornutiak im Duett Cinque, dieci, venti (Susanna/Figaro) aus der 1. Szene in Le Nozze die Figaro (KV 492). | Bild: Theo Wieland

Angenehm differenziert und qualifiziert breiteten Orchester wie Solisten ihr Fluidum aus. Temperament und Piani charakterisierten Zauber, Charme und Leichtigkeit der sprühend-lebensvollen „Figaro“-Ouverture, von tiefen Instrumenten über die Pauken zum Thema, pulsierend und hinreißend. Mit Ausdruck und Intensität, klar, hell und impulsiv die Gesangs-Soli und das Zahlen-Duett „Cinque, dieci, venti“ – von Anastasia und Mykula Kornutiak im gleichen Maß. Drei bekannte Gesangsstücke aus „Le Nozze die Figaro“, zwei aus „Die Zauberflöte“ – der listig-lustige Vogelfänger und die begeisternde „Königin der Nacht“ in unnachahmlicher Koloratur. Leidenschaft und Können des jungen und schon renommierten Solisten-Künstler-Ehepaares der Nationalen Philharmonie Lemberg begeisterte das Publikum – Zugaben blieben da nicht aus! Das Orchester glänzte dann zudem mit Mozarts so genannt „großer“ g-Moll-Sinfonie Nr. 40, im Frage-Antwort-Stil, nuancenreich und zart die Holzbläser im zweiten Satz. Überzeugend wetteiferten Register und das Gesamtorchester. Auch das „Menuetto Allegretto“ in Korrespondenz der Register, die Melodie immer wieder anschwingend. Voller Klang beim „Finale Allegro assai“, flüssig und die Zuhörer mitnehmend.

Gabi Hofmann (links) und Rosi Berger (rechts) reichten vor dem Konzert Wein.
Gabi Hofmann (links) und Rosi Berger (rechts) reichten vor dem Konzert Wein. | Bild: Theo Wieland

Vor dem Konzert gab es einen Empfang für den Sponsor der Konzerte durch die Gemeinde Hagnau mit Bürgermeister Volker Frede in Begleitung der Hagnauer Trachten, die ein Gläschen „Hagnauer“ kredenzten.