Wo sich sonst die Autos und Lastkraftwagen Stoßstange an Stoßstange durch Hagnaus Hauptstraße quälen, herrscht momentan gähnende Leere. Normalerweise beginnt der Stau schon lange vor dem Ort. Aus Richtung Meersburg kommend geht es oftmals ab Höhe Harlachen nur noch im Schritttempo vorwärts, in der Gegenrichtung stockt der aus Friedrichshafen kommende Verkehr großteils ab Höhe Kirchberg.

Aktuell hingegen können Autofahrer mit der zulässigen Höchstgeschwindigkeit ungehindert bis zum Ortsschild fahren. Durch die Baustelle auf der Bundesstraße 31 und die Vollsperrung zwischen Immenstaad und Fischbach, die den Verkehr zu einer großräumigen Umfahrung über Markdorf zwingt, kommt Hagnau derzeit in den Genuss ungewohnter Ruhe.

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Händler genießen Arbeit bei offener Ladentür

Christoph Ammann ist Verkäufer im Hofladen an der Durchgangsstraße. Er sagt: „Es fällt sogar den Gästen auf.“ Für ihn sei es angenehm, momentan bei offener Ladentür zu arbeiten. „Bei Berufsverkehr kann man die Tür nur selten aufstehen lassen, da es sonst zu laut und somit schwierig ist, sich mit den Kunden zu unterhalten.“ Auf die Anzahl der Kunden habe die Umleitung keine signifikanten Auswirkungen, meint er.

Christoph Ammann: „Die Markdorfer und Ittendorfer beschweren sich nach ein paar Tagen schon über eine Verkehrsbelastung, die für uns Normalzustand ist.“
Christoph Ammann: „Die Markdorfer und Ittendorfer beschweren sich nach ein paar Tagen schon über eine Verkehrsbelastung, die für uns Normalzustand ist.“ | Bild: Lorna Komm

Auch seine Chefin Hedi Meichle stellt keine Einbußen fest. „Die Kunden wissen, dass wir da sind und kommen gezielt“, erklärt die ehemalige Gemeinderätin. Auch sie genießt die Ruhe, wohl wissend dass die Anwohner der Umleitung nun unter den Staus leiden. „Durch die Umleitung spürt man im Hinterland nun auch, wie viel Verkehr durch unsere Region am See entlangfährt“, sagt sie. Ammann ergänzt: „Die Markdorfer und Ittendorfer beschweren sich nach ein paar Tagen schon über eine Verkehrsbelastung, die für uns Normalzustand ist.“

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