Hagnau kann mit dem Haushaltsjahr 2018 sehr zufrieden sein. Das war die Botschaft, die Kämmerer Ewald Geßler im Gemeinderat vermittelte, als er die jetzt vorliegende Jahresrechnung vorstellte. Mit einem Rekordergebnis in allen Belangen gehe es Hagnau so gut wie noch nie.

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Rücklagen von rund 1,8 Millionen Euro

So habe man durch höhere Einnahmen und geringere Ausgaben einen Überschuss von rund 900 000 Euro aus dem Verwaltungshaushalt in den Vermögenshaushalt überführen können. Von diesem habe man wiederum rund 550 000 Euro in die allgemeinen Rücklagen geben können, die jetzt rund 1,8 Millionen Euro betragen.

Pro-Kopf-Verschuldung bei 148 Euro

Demgegenüber sei der Schuldenstand auf rund 217 000 Euro gesunken, was einer Pro-Kopf-Verschuldung von 148 Euro entspreche. Der Landesschnitt bei Gemeinden vergleichbarer Größe liege bei 450 Euro.

Hagnau profitiert von touristischen und wirtschaftlichen Einnahmen

Ein Teil der Mehreinnahmen hängt am Verhältnis der erhaltenen Zuweisungen zu den Umlagen, die die Gemeinde leisten musste, erklärte der Kämmerer. Da habe Hagnau 2018 einen Überschuss von rund 212 000 Euro gehabt. Bürgermeister Volker Frede merkte an: „Wir sind allerdings von diesen Zuweisungen weniger abhängig als andere Gemeinden.“ Denn durch touristische und wirtschaftliche Einnahmen habe Hagnau eine breite finanzielle Basis.

Personalkosten sind größter Posten bei den Ausgaben

Der größte Brocken bei den Ausgaben waren wiederholt die Personalkosten mit knapp 1,6 Millionen Euro, das entspricht 28,4 Prozent. Die teuerste Baumaßnahme war mit rund 81 000 Euro am Gwandhaus, gefolgt vom Breitbandausbau (rund 62 000 Euro) und der Sanierung von Straßen (rund 52 000 Euro).

Haushalt 2020 wird nach Doppik erstellt

Und wie sieht die Zukunft aus? Das will der Haushaltsplan für das Jahr 2020 skizzieren, der erstmals nach dem neuen Doppikverfahren, der doppelten Buchführung, erstellt wird. Dabei wird der gesamte Haushalt in sieben Teilhaushalte gegliedert: die innere Verwaltung, Sicherheit und Ordnung, den Bereich Schulen, Sport, Kultur und Soziales, Bauen und Umwelt, Wirtschaft und Tourismus, sowie allgemeine Finanzwirtschaft.

Personalkosten sollen 1,9 Millionen Euro betragen

Die Planung geht von einem leichten Rückgang der Zuweisungen und der Einkommenssteuer aus. Insgesamt rechnet die Verwaltung mit Erträgen von rund 4,94 Millionen Euro, Ausgaben von rund 4,91 Millionen Euro und damit einem Plus von rund 30 000 Euro. Mit rund 1,9 Millionen Euro sind wiederum die Personalkosten der größte Posten und machen 38,5 Prozent des Aufwandes im Ergebnishaushalt aus.

Wie sich die erwarteten Erträge zusammensetzen

Der größte Posten bei den Erträgen sind die Anteile an Einkommens- und Umsatzsteuer (23 Prozent). Die Entgelte für öffentliche Leistungen und Einrichtungen (Verwaltungsgebühren) liegen bei 20 Prozent, die Gewerbesteuer bei zwölf Prozent. Dabei gilt bei allen Zahlen: Sie sind aufgrund der Umstellung auf das Doppikverfahren nur sehr bedingt mit den Ergebnissen der Jahre zuvor vergleichbar.

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Pro-Kopf-Verschuldung soll auf 118 Euro sinken

Insgesamt geht die Verwaltung aber nicht mehr von den Steigerungsraten der vergangenen Jahre aus. Dennoch soll der Schuldenstand auf rund 170 000 Euro abgebaut werden, was einer Pro-Kopf-Verschuldung von nur noch 118 Euro entspräche.

1 Million Euro für Erschließung von „Langbrühl Ost“

Schaut man sich die geplanten Investitionen bis 2023 an, dann schlägt die Erschließung des Gewerbegebietes „Langbrühl Ost“ am heftigsten zu Buche. Allein 2020 sind 1 Million Euro veranschlagt, in den Folgejahren kommen zusammen knapp 100 000 Euro dazu. Mit weitem Abstand dahinter folgt die WC-Sanierung mit 60 000 Euro und die der Spielgeräte am Rathaus sowie der Konzertsitzplätze (je 40 000 Euro im Jahr 2020). Fünfstellige Folgebeträge werden auch für den Brandschutz und für technische Einrichtungen der Verwaltung eingeplant.

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