Sturmtief Fabienne hat sich am Sonntag über dem Bodensee ausgetobt. Während auf der einen Seite Fotografen und Wassersportler auf ihre Kosten kamen, gingen auf der anderen Seite zwischen 14 und 23 Uhr etwa 50 witterungsbedingte Notrufe bei der Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums in Konstanz ein. Stefan Arendt aus Allensbach gehört zu denen, die am Sonntag einen Spaziergang am Bodensee unternahmen. Der Fotograf war am Ufer zwischen Meersburg und Hagnau unterwegs und bannte die peitschenden Wellen auf verschiedenen Bildmotiven. Arendt verrät in der Facebook-Gruppe Bodensee-Schnappschüsse: "Die Kamera hat etwas gelitten."

Stefan Arendt traut sich mit seiner Profiausrüstung ganz nah an den tobenden Bodensee ran. "Die Kamera hat etwas gelitten", schreibt er später bei Facebook.
Stefan Arendt traut sich mit seiner Profiausrüstung ganz nah an den tobenden Bodensee ran. "Die Kamera hat etwas gelitten", schreibt er später bei Facebook. | Bild: Stefan Arendt

Beste Bedingungen herrschten für Surfer und Kitesurfer. Sie navigierten ihre Sportgeräte am Hagnauer Strandbad oder in der Mauracher Bucht spektakulär über die Wellen. Der starke Wind lockte aufs Wasser, konnte aber auch gefährlich werden. Der Polizei wurde ein vor Hagnau in Seenot geratener Surfer gemeldet. Die Wasserschutzpolizei Konstanz fand den bereits stark entkräfteten 53-Jährigen circa eineinhalb Kilometer vor Kirchberg und brachte ihn zum Landesteg Hagnau. Der Mann blieb unverletzt, wie die Polizei mitteilt. Zwischen der Insel Mainau und Unteruhldingen kenterte ein Katamaran, "der sich jedoch vor dem Eintreffen der Wasserschutzpolizei selbst wieder aufstellen konnte und an Land segelte", berichtet die Polizei.

Die DLRG ist zu mehreren Einsätzen auf dem See unterwegs. Drei Seenotfälle ereignen sich fast zeitgleich. Zwei Boote kentern.
Die DLRG ist zu mehreren Einsätzen auf dem See unterwegs. Drei Seenotfälle ereignen sich fast zeitgleich. Zwei Boote kentern. | Bild: Clemens Menge

Im Bereich Sipplingen/Ludwigshafen geriet eine Segeljolle in Bedrängnis. Das Boot kenterte, die Besatzung winkte um Hilfe. Alarmiert wurde die DLRG Bodensee-Konstanz. Die Leitstelle informierte um 15.35 Uhr die Boote in Bodman, Wallhausen und Konstanz sowie die Einsatzleitung. Da das DLRG-Boot Sipplingen bereits um 15.41 Uhr vor Ort war, erübrigte sich der Einsatz der Boote Konstanz und Wallhausen. Mit Unterstützung der Besatzung aus Bodman wurde die Segeljolle in Ufernähe wieder aufgerichtet. Einsatzleiter Michael Koch berichtet, dass die Personen wohlauf gewesen seien und anschließend aus eigener Kraft die Fahrt hätten fortsetzen können.

Eine Seejolle kann nach Hilfe der DLRG wieder weiterfahren.
Eine Seejolle kann nach Hilfe der DLRG wieder weiterfahren. | Bild: DLRG Bodensee-Konstanz

Die restlichen Notrufe betrafen umgestürzte Bäume, Bauzäune und Verkehrsschilder. In mehreren Fällen wurden durch Bäume Stromleitungen beschädigt. Alle vier Landkreise im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums waren von dem Sturmtief betroffen. Im Bodenseekreis fiel in Friedrichshafen-Jettenhausen gegen 17.20 Uhr ein Baum auf einen vorbeifahrenden Radfahrer. Die Polizei berichtet, dass der Mann hierbei verletzt wurde und in ein Krankenhaus gebracht werden musste.