Das Adventskonzert der Musikkapelle Hagnau im Gwandhaus ist jedes Jahr ein Höhepunkt im Dorfleben. Für die Musiker ist es das wichtigste Konzert im Jahr, für die Dorfbewohner ein gesellschaftliches Ereignis mit musikalischer Begleitung und anschließender Tombola, für den Bürgermeister Gelegenheit, einen besinnlichen Jahresrückblick zu geben, und für den Vorstand der Musikkapelle Anlass, seine verdienten Mitglieder zu ehren. Von allem gab es diesmal reichlich.

Aber niemand wird so auf diesen Abend hingefiebert haben wie die 17-jährige Saxophonistin Ellen Gutemann und ihre Angehörigen; denn sie durfte bei ihrem dritten Adventskonzert zum ersten Mal als Solistin auftreten und mit ihrem Instrument die bekannte Melodie von "Can't help falling in love" der Rocklegende Elvis Presley intonieren. Diese Aufgabe absolvierte sie mit Bravour und bekam den verdienten Applaus des Publikums.

Die 17-jährige Ellen Gutemann (stehend) beeindruckte mit ihrer Saxophoninterpretation eines Elvis-Hits. An der Querflöte ist Simone Dimmeler zu sehen.
Die 17-jährige Ellen Gutemann (stehend) beeindruckte mit ihrer Saxophoninterpretation eines Elvis-Hits. An der Querflöte ist Simone Dimmeler zu sehen.

"Wir lassen ganz bewusst junge Musiker als Solisten auftreten", verrät Dirigent Dominik Merk. "Das ist pädagogisch wichtig. Sie können zeigen, was sie schon drauf haben, und sie gewöhnen sich an die Situation, vor großem Publikum zu spielen. Das kommt dem ganzen Orchester zugute." Das sieht auch sein Vorgänger Thomas Urnauer so. "Die Qualität der jungen Spieler ist sehr hoch, weil sich die Ausbildung enorm verbessert hat. Das merkt man auch bei den Proben." Für ihn ist das einer der Gründe für das hohe Niveau der Kapellen am Bodensee.

Dieses Niveau zeigten die Hagnauer bereits mit der Ouvertüre zu "Leichte Kavallerie" von Franz von Suppé, denn die Einsätze, die Crescendi und Descrescendi kamen alle auf den Punkt: Das waren nicht mehr einzelne Musiker, sondern ein einziger großer Klangkörper. Die Filmmelodie von "Out of Africa" kam abenteuerlich daher, Polanskis "Tanz der Vampire" geheimnisvoll gruselig. Und mit "Mt. Everest" von Rossano Galante hatte die Kapelle im Mai bereits ein "Hervorragend" beim Wertungsspiel erreicht. So waren am Ende alle zufrieden: das Publikum, die Musiker, der Bürgermeister und vor allem Ellen Gutemann.