Zurück in die Zeit der Maueröffnung, Wiedervereinigung und Folgejahre nahm der frühere baden-württembergische Ministerpräsident Erwin Teufel seine Zuhörer bei der Landkreisfeier zum Tag der Deutschen Einheit. Diese fand wieder im Hagnauer Gwandhaus statt und war geladenen Gästen vorbehalten. Zu ihnen zählten etwa der Landrat des sächsischen Partnerkreises Leipzig, Henry Graichen, der CDU-Bundestagsabgeordnete Lothar Riebsamen, der CDU-Landtagsabgeordnete für Ravensburg-Tettnang, August Schuler, Friedrich Herzog von Württemberg und zahlreiche Bürgermeister, Kreis- und Kommunalpolitiker. Besonders viel Applaus erhielt bei der Begrüßung durch Landrat Lothar Wölfle der Konstanzer Vize-Polizeipräsident Uwe Stürmer. "Wir alle ziehen den Hut vor der Polizei", würdigte Wölfle Stürmer und seine Behörde für die schnelle Ergreifung des Supermarkt-Erpressers.

Zur deutschen Einheit meinte Wölfle, sie sei etwas, "wofür unsere Landsleute im Osten sicher mehr getan haben als wir im Westen". Ferner betonte er: "Ohne Europa wäre die deutsche Einheit so nicht möglich gewesen." Damit leitete Wölfle zu Teufel über, der ein "überzeugter Europäer" sei. Teufel, der von 1991 bis 2005 Ministerpräsident war, ließ die Nachkriegsgeschichte kurz Revue passieren, "auf die die Deutschen 1945 keinen Einfluss nehmen konnten" und die für einen Teil in eine "neue, rote Diktatur" mündete. "Wir verdanken die Wiedervereinigung drei großen Persönlichkeiten: Gorbatschow, Bush und Kohl", betonte Teufel mehrfach. Er listete noch weitere CDU-Politiker sowie Hans-Dietrich Genscher auf und erwähnte auch die "Freiheitsbewegung in der DDR" sowie den ungarischen Außenminister Gyula Horn, der mit seinem österreichischen Kollegen den Grenzzaun durchschnitt.

SPD-Kreisrat Norbert Zeller vermisste in dieser Aufzählung allerdings die Verdienste Willy Brandts.

Teufel erzählte ferner, wie er privat die Maueröffnung erlebte und wie Baden-Württemberg und er persönlich sich im Partner-Bundesland Sachsen nach der Wende engagierten. Zurück in der Gegenwart, sprach Teufel die Neuordnung des Länderfinanzausgleichs an. Auf die Situation in Sachsen, wo die AfD bei der Wahl die bisher stets stärkste Kraft CDU auf den zweiten Platz verdrängte, ging er hingegen nicht ein.

FDP-Kreisrat Hans-Peter Wetzel meinte nach der Feier: "Die Musik war toll." Auch die anderen Zuhörer begeisterte die Jugendkapelle des Musikvereins "Harmonie" aus Lippertsreute mit einer musikalischen Reise durch Europa, die mit der Nationalhymne endete.