Hagnau (up) Bereits im Jahr 2010 ist in Hagnau damit begonnen worden, einen Lärmaktionsplan (LAP) aufzustellen, um die vom Verkehrslärm geplagten Bewohner an der B 31 zu entlasten. Die Zahlen, die dafür ermittelt wurden, zeigten eine deutlich zu hohe Lärmbelästigung am Tag, vor allem aber nachts. Als erste Sofortmaßnahme führte man 2011 auf der Ortsdurchfahrt Tempo 30 ein – eine Maßnahme, die damals noch Pilotcharakter hatte. In einem zweiten Schritt wurde 2012 ein lärmmindernder Belag verbaut, im Volksmund Flüsterasphalt genannt. Diese Maßnahmen konnten das Problem zwar nicht beseitigen, aber lindern.

In der jüngsten Gemeinderatssitzung erklärte Wolfgang Wahl, Mitarbeiter bei Rapp-Trans in Freiburg: "Damit ist bereits alles Mögliche an Maßnahmen gemacht. Mehr geht nicht." Er war als Experte geladen. Seine Empfehlung: "Statt eines neuen aufwendigen Plans mit neuer Datenermittlung, die recht teuer ist, folgen wir den Empfehlungen des Verkehrsministeriums und schreiben den LAP mit vermindertem Aufwand fort."

Neue Messungen würden weniger drastisch ausfallen

Den Einwand von Axel Häberle, mit einem qualifizierten Plan könne man mehr politischen Druck ausüben, ließ Wolfgang Wahl nicht gelten. "Die Planung der neuen Trasse der B 31 läuft auf vollen Touren. Da kann man nichts mehr beschleunigen." Im Gegenteil: Da in den alten Tabellen noch die Lärmwerte von 2010 stünden, also vor den Lärm mindernden Maßnahmen, würden neue Messungen eher weniger drastisch ausfallen.

Den Einwand Karl Megerles, dass die im Harlachen ermittelten Verkehrszahlen noch um die Nutzer des parallelen Gemeindeverbindungswegs ergänzt werden müssten, konterte Wolfgang Wahl physikalisch: "Das macht lärmtechnisch keinen Unterschied, da der Lärm sich ja logarithmisch verhält. Das heißt, dass mit der doppelten Anzahl der Lärm nur um drei Dezibel ansteigt. Ob da am Tag 1000 oder 2000 Autos mehr fahren, macht sich erst weit hinter dem Komma bemerkbar."

Nach einigen weiteren Klarstellungen waren schließlich alle Räte von den Ausführungen überzeugt und stimmten dem Beschlussvorschlag zu, den LAP im vereinfachten Verfahren fortzuschreiben.