Es war ein beschauliches Fest, das die Hagnauer feierten: Das Museumsfest fand zwar dieses Mal nicht im Museum, sondern im benachbarten Probenlokal der Musikkapelle statt – Grund dafür war die erfolgreiche Ausstellung um Stefan Lochner „Die Rätsel der Madonna„, die an diesem Tag zum letzten Mal zu sehen war –, doch wie in jedem Jahr gab es feines Essen und vor allem nette und anregende Gespräche. Selbst Alt-Bürgermeister Simon Blümcke, der nach wie vor Verbindung zum ausrichtenden Heimat- und Geschichtsverein(HGV) pflegt, war aus dem fernen Ravensburg gekommen, um wieder einmal Dorfluft zu schnuppern. HGV-Vize Diethard Hubatsch hielt zwei kürzere Vorträge aus der Vorzeit Hagnaus und der Vorsitzende Rudolf Dimmeler begrüßte die Gäste, wies auf die endende Ausstellung hin und freute sich über ein gelungenes Fest. Eigentlich war alles wie immer.

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Doch dann trat Heinz Frey auf, der wohl nie überwinden wird, dass sein Vater vor langer Zeit von Hagnau nach Meersburg gezogen war, sodass er – Heinz – kein echter „Hangener“ ist, sondern nur ein halber. Umso mehr will er sich jetzt als „Urmeerschburger“ profilieren und versucht das seit Jahren als Vorsitzender des dortigen Museums-Vereines. Der hatte sich schon vor Monaten angesichts der Eröffnung der Ausstellung zu Stefan Lochner aufgeregt und diesen als Sohn Meersburgs reklamiert, eben als „Urmeerschburger“. 

Frey setzt zu gewaltiger Anklagerede an

Nicht ganz bierernst unterbrach Frey die harmonische Stimmung des Festes mit einer gewaltigen Anklagerede: „Wir klagen den HGV um nichts weniger als der Verschwörung an, wir beschuldigen diesen weiter des räuberischen Diebstahls, des Kulturklaus, der Leichenfledderei, () der vorsätzlichen Vernichtung von Meersburger Beweisakten“ und vieles mehr. Als Hauptschuldigen machte er Rudolf Dimmeler aus, „der Lochnerwolf im Schafspelz“. Zur Strafe habe Hagnau einen Achtpunkte-Katalog von Bußen gegenüber Meersburg zu erfüllen. Der anschließende Kampf zwischen Frey und Dimmeler um Exponate der Ausstellung ging aus wie das Hornberger Schießen.