Dass es in Hagnau viele Bürger gibt, die dem Volksbegehren „Rettet die Bienen“ kritisch gegenüber stehen, kann man an den vielfach in den Wein- und Obstplantagen aufgestellten grünen Kreuzen und Plakaten sehen. Damit protestieren Landwirte in der Region gegen die ihrer Meinung nach zu harten Forderungen des Volksbegehrens. Sie haben selbst eine Informationsschrift herausgegeben und stellen im Internet unter „Bodenseebiene“ ihre Positionen dar. In Hagnau hat die Landwirtschaft eine ganz besondere Bedeutung. Nicht zuletzt deshalb erreichte hier das Bienen-Thema auch die jüngste Ratssitzung.

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Federführend für die Sicht der Landwirte steht Fabian Dimmeler, der als Bereichsvorsitzender Bodensee des Winzerverbandes besonders engagiert ist. Er begründete den Antrag mit der Existenzangst vieler Landwirte, die die Forderungen des Volksbegehrens nicht umsetzen könnten. Etwas kritischere Töne schlug Thilo Brändle an, der den Bauern historisch durchaus eine Mitschuld am Artensterben zusprach. „Allerdings kommt das Volksbegehren etwas zu spät, da die Landwirte seit einigen Jahren umdenken. Vor 20 Jahren wäre die Kritik angebrachter gewesen“, gab er seine Einschätzung und ergänzte: „Prinzipiell finde ich es gut, dass jetzt so viel über dieses Thema diskutiert wird. Damit entsteht in der Bevölkerung ein breites Bewusstsein.“

Einstimmige Zustimmung

Schließlich stimmten die Gemeinderäte einstimmig zu. Bürgermeister Volker Frede enthielt sich aus Gründen der Neutralität. Der verabschiedete Text lautet: „Der Gemeinderat der Gemeinde Hagnau am Bodensee kann das Volksbegehren ‚Rettet die Bienen‘ nicht unterstützen. Er appelliert an alle Wählerinnen und Wähler, sich erst ausführlich und umfassend über die Vor- und Nachteile zu informieren, bevor eine Unterschrift geleistet wird oder nicht. Denn dies ist Voraussetzung, um eine sachgerechte Abwägungsentscheidung treffen zu können. Nach Überzeugung des Gemeinderates funktioniert Artenschutz am besten im Miteinander von Umwelt- und Naturschutz, Winzern, Obstbauern, Landwirten und allen anderen Bürgern. Er begrüßt daher die Erarbeitung eines neuen Gesetzentwurfes, der die grundlegenden Ziele enthält und diese mittels Kooperation statt durch Verbote erreicht.“

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