Im November will sich Hagnau eine neue Kurtaxe-Satzung geben. Grund dafür ist unter anderem die Einführung der Echt-Bodensee-Card, die für die Gemeinden eine finanzielle Mehrbelastung darstellt, für den Kunden aber ein Mehrwert – denn er kann mit der neuen Karte den öffentlichen Nahverkehr kostenlos nutzen und bekommt in vielen touristischen Einrichtungen rund um den See Ermäßigungen. Deshalb sollen diese Kosten zum Teil auf den Gast abgewälzt werden. „Das heißt nicht, dass die Gemeinde nicht mehr zuzahlen muss“, erläuterte Bürgermeister Volker Frede. „Den kostendeckenden Betrag einer Kurtaxe kann man gar nicht genau berechnen; vor allem läge er aber viel höher, als das, was wir dem Gast berechnen.“

Unterschiede zwischen Haupt- und Nebensaison sollen bleiben

Doch in der Verwaltungsvorlage ging es nicht nur um die Höhe der Taxe, sondern auch um Rahmenbedingungen. Unterschiede zwischen Haupt- und Nebensaison sollen bleiben, ebenso wie die Einstufung der Dauercamper (30 Nächte pro Person pro Jahr) und der Zweitwohnungsinhaber (50 Nächte). Auch die Befreiung Schwerbehinderter und Geschäftsreisender soll nicht angetastet werden. Der Vorschlag der Verwaltung, Kinder künftig bis einschließlich 16 Jahren von der Kurtaxe zu befreien (bisher 15 Jahre) führte ebenso zu Debatten wie die vorgeschlagene Befreiung von Personen, die nur eine Nacht in Hagnau bleiben. „Da gibt es viele, die morgens anreisen und tagsüber die Angebote nutzen“, argumentierte Rat Horst Müller. „Gerade nächstes Jahr zur Landesgartenschau werden viele den Bus nach Überlingen nutzen.“

Höhe der Kurtaxe ist umstritten

Die meisten Meldungen drehten sich aber um die Höhe der Kurtaxe. Der Vorschlag der Verwaltung von 2,80 Euro in der Saison (bisher 1,60 Euro) und 1,40 Euro für das Winterhalbjahr (0,30 Euro) kam den Räten zu hoch vor. „Wir haben ja bisher immer von einem Euro gesprochen“, warf Fabian Dimmeler ein. „Deshalb sollten wir jetzt auch auf 2,60 beziehungsweise 1,30 Euro gehen.“ Lucia Werner mutmaßte, dass Bodo 2021 sowieso die Preise erhöhe und dann eine Erhöhung auch der Kurtaxe erfolge. Renate Staneker orientierte sich gar an Immenstaad: „Die nehmen wir ja sonst auch oft als Vorbild. Die nehmen 2,50 und 1,20 Euro.“ Schließlich einigte man sich darauf, diesen Punkt bei einer Klausurtagung zu besprechen und die neue Satzung dann in der Novembersitzung zu beschließen.