Der Hagnauer Heimat- und Geschichtsverein (HGV) beendet mit seinem Museumsfest traditionell nicht nur die Saison, sondern auch die jeweilige Jahres-Ausstellung. 2017 stand Hagnau selbst im Fokus: 21 Senioren kamen in "Bemerkenswerte" – so der Titel der Ausstellung – zu Wort und ließen in ihren Erinnerungen das Hagnau ihrer Kindheit wieder auferstehen.

Die Ausstellung – konzipiert und ausgearbeitet vom Katholischen Bildungswerk, dem Altenwerk und dem Heimat- und Geschichtsverein – zählte insgesamt rund 2000 Besucher. Die konnten erstmals auch die neue Audio-Guide-Anlage nutzen, die für gut 10 000 Euro angeschafft und mit der Eröffnung im Mai eingeweiht wurde. "Nach und nach soll damit das ganze Museum erlebbar gemacht werden", verspricht HGV-Vorsitzender Rudolf Dimmeler. Die Resonanz von Jung und Alt auf die neue Technik sei sehr gut gewesen.

Auch eine nostalgische Ausstellung geht einmal zu Ende; doch in diesem Falle kann man sich die Erinnerungen und Geschichten der Ü-80-Generation in Buchform sichern. Für 14,50 Euro ist das Bändchen beim HGV zu erwerben, in dem die Senioren, die alle zwischen 1925 und 1938 geboren wurden, Interessantes und Amüsantes erzählen. Grundlage für dieses von Diethard Hubatsch zusammengestellte Büchlein wie auch für die Ausstellung selbst sind die Fotografien und Interviews von Lena Reiner, die sich wochenlang mit den Alt-Hagnauerinnen und -Hagnauern getroffen hatte. In der Ausstellung kam dabei der Hagnauer Dialekt zum Tragen, während die Buchtexte behutsam ins Hochdeutsche transkribiert wurden.

Der HGV hatte die Gelegenheit des Festes genutzt, alle zu Wort Gekommenen einzuladen, so dass man sich noch einmal ein direktes Bild machen konnte. Die zeigten sich zufrieden. "Ich bin oft positiv angesprochen worden", berichtet Fritz Baur (81), "und zwar von Hagnauern und von Gästen, die mich nach dem Besuch der Ausstellung erkannt hatten." Die meisten waren gekommen, um noch einmal "ihre" Ausstellung anzuschauen. Nur Erna Hund konnte leider nicht mehr kommen: Sie starb letzte Woche.