Die drei ersten Novembertage werden in Hagnau stets klangvoll von klassischer Musik bestimmt. Bürgermeister Volker Frede war anzumerken, wie sehr er sich über Premieren zu Hagnaus Kultur-Trilogie in diesem Jahr freute: Außen auf der Nordseite die Illumination des Bürger- und Gästehauses mit dem Reinhard-Sebastian-Zimmermann-Saal als Konzertsaal für zwei der drei Konzerte (das dritte Konzert ist im Gwandhaus daneben), dann drinnen erstmals in dieser Reihe der Einsatz des neuen, gemeindeeigenen Konzertflügels, den viele „Tastenspenden“ mit finanziert haben. Frede war erstaunt, wie viele Konzertbesucher das erste Mal die Hagnauer November-Klassik hören wollten – ein hoffnungsvolles Signal für weitere Termine.

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Georg Mais, der künstlerische Leiter der Klassik-Konzerte, betonte, dass „hier alle Sinne geweckt werden“ – unter ganzheitlichem Aspekt. Auch personell zeichneten sich alle drei Konzerte ganzheitlich aus: Mit dem „Lux Trio“ – Jae Hyeong Lee (Violine), Hoon Sun Chae (Violoncello) und Eunyoo An (Klavier) glänzten junge Virtuosen aus Südkorea, ebenso wie die aus Taiwan kommende, vielfach geehrte Violaspielerin Yi Te Yang.

Zuhörer tief berührt

Die „Polonaise brillante a-moll op. 21“ von Henryk Wieniawski (1835-1880) regte das höchst qualifizierte Musikerensemble: Brillanz in Allem! Eine jauchzende Violine, energischer Klang, melancholisch ausholend als Einladung zum Innehalten. Luigi Boccherinis (1743-1805) „Streichtrio F-Dur op. 47 Nr. 6 G 112“ in den drei Sätzen wurde feinfühlig, sicher, galant-ideenreich in melodischer Eleganz musiziert mit kräftigem Strich, eigen-melodisch und wieder triokonform bis zum Tänzeln im dritten Satz.

Beethoven schrieb 1808 sein „Klaviertrio D-Dur op. 70 Nr.1“, das „Geistertrio“. Im allein gehörten ersten Satz „Allegro vivace e con brio“ beeindruckte der rasante Auftakt sowie die sequenzielle Struktur in der Aufnahme der Klanggedanken unter- und nacheinander. Dann Bedrich Smetanas (1824-1884) „Klaviertrio g-moll op. 15“ – eine Hommage an die verstorbene Tochter: Die Erinnerung in musikalischer Klage dekliniert, in der Spannung heftig-gewaltig, zupackend und wieder beruhigend und ins Schicksal ergeben. Die Zuhörer waren tief berührt.