Vertreter von „B 31 neu Bündnis pro 7.5 plus“ aus Hagnau, Stetten und Immenstaad haben sich am Mittwochabend auf der Wilhelmshöhe mit Blick auf Hagnaus Premium-Rebflächen „Burgstall„ getroffen, um eine Zwischenbilanz ihrer Protestkartenaktion zu ziehen.

Bernd Saible, Sprecher „B31 neu Bündnis pro 7.5 plus“, erläutert, dass allein im Zeitraum 2. bis 25. August 376 Protestkarten an den vier Hagnauer Schautafeln von Unterstützern zusammengekommen sind, die sich gegen seenahe B31-neu-Trassen aussprechen.
Bernd Saible, Sprecher „B31 neu Bündnis pro 7.5 plus“, erläutert, dass allein im Zeitraum 2. bis 25. August 376 Protestkarten an den vier Hagnauer Schautafeln von Unterstützern zusammengekommen sind, die sich gegen seenahe B31-neu-Trassen aussprechen. | Bild: Toni Ganter

Bündnis-Sprecher Bernd Saible berichtete, dass an vier Standorten Schautafeln aufgestellt worden sind, um über mögliche Auswirkungen von seenahen Trassen einer B 31-neu zu informieren. Außerdem wurden laut Saible zu diesem Zweck 30 000 Protestkarten gedruckt und ab Pfingsten auch an Touristen und langjährige Urlaubsgäste verteilt, um sie als Unterstützer im Protest gegen seenahe B 31-neu-Trassen zu gewinnen. Vielmehr soll nach dem Dafürhalten des Bündnisses die seeferne, sogenannte Variante C 1.1 verwirklicht werden. Die Protestkarten wurden bislang an Landesverkehrsminister Winfried Hermann geschickt.

Vier solcher Schautafeln mit Briefkästen für Protestkarten gegen seenahe B31-neu-Trassen stehen in Hagnau verteilt. Diese steht beim Wasserspeicher auf der Wilhelmshöhe. Die anderen drei beim Parkplatz West, beim Seepark südlich des Rathauses sowie bei der Schiffsanlegestelle.
Vier solcher Schautafeln mit Briefkästen für Protestkarten gegen seenahe B31-neu-Trassen stehen in Hagnau verteilt. Diese steht beim Wasserspeicher auf der Wilhelmshöhe. Die anderen drei beim Parkplatz West, beim Seepark südlich des Rathauses sowie bei der Schiffsanlegestelle. | Bild: Toni Ganter

„Wir setzen die Aktion fort, 2000 Karten sind noch auf Lager. Und wir streben einen Termin mit Verkehrsminister Hermann an, um ihm die restlichen Protestkarten zu überreichen“, erklärte Saible. „Uns liegt die wertvolle seenahe Bodenseelandschaft am Herzen, sie ist auch für Bodenseeurlauber von Interesse.“ Ziel der Aktion sei es, Menschen auch auf emotionaler Ebene auf das Thema B 31-neu anzusprechen. Das Feedback der Gäste und Urlauber? „Wenn man an den Tafeln im Gespräch mit Gästen ist, wird deren Betroffenheit spürbar“, sagte Saible. „Es könnte passieren, dass wertvolle Lagen massiv beschädigt werden.“ Er sprach zudem von einem „Flurschaden“ für Anwohner, Winzer, den Tourismus, die Gastronomien, so es zu einer B31-neu in Seenähe kommen sollte: „Bei einer solchen Großbaustelle werden sehr sehr viele leiden.“

Mit diesen Plakaten am Wasserspeicher auf der Hagnauer Wilhelmshöhe weisen die Gegner von seenahen B31-neu-Trassen auf ihre Haltung hin.
Mit diesen Plakaten am Wasserspeicher auf der Hagnauer Wilhelmshöhe weisen die Gegner von seenahen B31-neu-Trassen auf ihre Haltung hin. | Bild: Toni Ganter

Der Bündnissprecher berichtete von großer Resonanz, die es an den vier Informationstafeln – Wilhelmshöhe, Seepark südlich des Rathauses, Parkplatz West und Schiffsanlegestelle – gebe. Allein im Zeitraum vom 2. bis 25. August seien 376 Protestkarten zusammengekommen, beispielsweise von Unterstützern aus der gesamten Bundesrepublik, aus der Schweiz, aus Spanien, aus Südtirol, aus Großbritannien oder auch aus Dänemark.

Mit solchen Aushängen werden potenzielle Unterstützer über die Protestaktion gegen seenahe B31-neu-Trassen informiert.
Mit solchen Aushängen werden potenzielle Unterstützer über die Protestaktion gegen seenahe B31-neu-Trassen informiert. | Bild: Toni Ganter

Helmut Müller, Betreiber des Hagnauer Campingplatzes und eines Gästehauses, hat nach eigenem Bekunden im Durchschnitt pro Jahr 40 000 Übernachtungen: „Die überwiegende Anzahl meiner Gäste fragt nach einer weiträumigen Umfahrung. Die Gäste meinen, Hagnau könnte eines der schönsten Touristendörfer werden, wenn die Bundesstraße nicht wäre.“

Teil einer Liste mit Herkunftsorten von Feriengästen, die die Protestaktion gegen seenahe B31-neu-Trassen unterstützen.
Teil einer Liste mit Herkunftsorten von Feriengästen, die die Protestaktion gegen seenahe B31-neu-Trassen unterstützen. | Bild: Toni Ganter

Karl Megerle, Vorstandsvorsitzender des Winzervereins Hagnau, erklärte, dass bei Verwirklichung einer seenahen B31-neu-Trasse rund 50 Hagnauer Winzerbetriebe betroffen seien. Es bestehe die Befürchtung, dass von 100 Hektar der Premium-Rebflächen „Burgstall„ 25 bis 30 Hektar dem Straßenbau zum Opfer fallen könnten. Laut Megerle ist ein Hektar der Lage Burgstall 200 000 bis 300 000 Euro wert. „Eine Straße hat keine klimatischen Ansprüche. Sonderkulturen wie Reb- und Obstanlagen sind auf die Seenähe angewiesen. Verlorene Rebflächen können nicht ersetzt werden“, verdeutlichte Megerle.