Gleich zweimal innerhalb von 15 Stunden konnte man im Reinhard-Sebastian-Zimmermann-Saal des Rathauses den jungen japanischen Pianisten Ryo Yamanishi hören. Er gab zunächst anlässlich Mozarts 264. Geburtstags ein kleines Konzert für angemeldete Liebhaber. Am nächsten Morgen brachte er den Kindern der Grundschule und des Kinderhauses den polnischen Komponisten Frédéric Chopin näher. 

Der Pianist Ryo Yamanishi absolviert gerade sein Masterstudium. Danach will er sich für die Aufnahme zum Konzertexamen bewerben.
Der Pianist Ryo Yamanishi absolviert gerade sein Masterstudium. Danach will er sich für die Aufnahme zum Konzertexamen bewerben. | Bild: Uwe Petersen

Das Abendkonzert war eine Idee von Bürgermeister Volker Frede und Georg Mais, dem musikalischen Leiter der Hagnauer Konzerte. Im Rahmen der musikalischen Veranstaltung warben die Organisatoren für die fünf geplanten Konzerte im Jahr 2020.

Außerdem bedankte sich Frede bei den Spendern, die sich an der Aktion „Tasten für Hagnau“ beteiligt hatten und damit die Anschaffung eines Steinway-Flügels ermöglichten. Alle, die sich rechtzeitig angemeldet hatten, konnten das Konzert genießen – ohne dafür Eintritt zu zahlen.

Musiker spielt Werke von
Mozart, Beethoven und Brahms

Mozarts Geburtstag war der Anlass, Ryo Yamanishi der Solist. Der junge Musiker ist auch bei der Konzertreihe Hagnauer Klassik im November dabei. Und Yamanishi machte Lust auf mehr: Mit Stücken von Mozart, Beethoven, Chopin und einem Werk von Brahms als Zugabe zeigte er, dass er bereits vor seinem Masterabschluss ein Meister seines Instruments ist. Technisch beherrscht er es sowieso. Beeindruckend ist vielmehr seine musikalische Einfühlsamkeit, die bei jungen Musikern noch nicht selbstverständlich ist. Dafür erhielt er von den mehr als 100 Zuhörern großen Applaus.

Georg Mais moderierte den Abend, indem er über das verstorbene Geburtstagskind Mozart erzählte und Beethoven besonders hervorhob, der in diesem Jahr 250 Jahre alt geworden wäre. „Natürlich spielt Beethoven in seinem Jubiläumsjahr auch bei den Konzerten eine große Rolle“, kündigte Mais an.

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Kinder lernen Musik und Leben von Frédéric Chopin kennen

Knapp 100 Kinder aus den Grundschulen Hagnau und Stetten sowie dem Kinderhaus waren am nächsten Morgen mit ihren Betreuern zu Besuch im Rathaus. Die Idee eines Kinderkonzertes, bei dem es jeweils um einen bekannten Komponisten geht, gibt es in Hagnau seit einigen Jahren. Diesmal drehte sich alles um das Leben und die Musik von Frédéric Chopin.

Dirigent Georg Mais war erstaunt über das große Vorwissen der Kinder über Chopin. Er führte durch das Konzert von Ryo Yamanishi und vermittelte den Kindern einige Grundbegriffe.
Dirigent Georg Mais war erstaunt über das große Vorwissen der Kinder über Chopin. Er führte durch das Konzert von Ryo Yamanishi und vermittelte den Kindern einige Grundbegriffe. | Bild: Uwe Petersen

Zunächst allerdings nutzte Bürgermeister Frede die Gelegenheit, den Kindern für ihre Teilnahme am Hagnauer Seelauf zu danken. Beim Lauf kamen mehr als 1000 Euro an Spenden zusammen, die der Grundschule, dem Kinderhaus und der Dennis-Kayser-Stiftung zugutekommen.

Die Kinder waren fasziniert vom Fingerspiel des jungen Pianisten Ryo Yamanishi aus Tokio, der ihnen die Musik Chopins näher brachte.
Die Kinder waren fasziniert vom Fingerspiel des jungen Pianisten Ryo Yamanishi aus Tokio, der ihnen die Musik Chopins näher brachte. | Bild: Uwe Petersen

Wie bereits im Jahr 2019 hatten die Kinder den Besuch im Unterricht vorbereitet und erstaunten Georg Mais mit ihrem Vorwissen. So verblüffte es kaum, dass sich auf die Frage „Wer spielt denn ein Instrument?“ fast alle Kinder meldeten. Schwieriger wurde es bei den musikalischen Einordnungen: So meinte ein Sprössling, dass man lustiger werden könne, wenn die Musik leise und langsam gespielt wird.

Grundschüler sind geduldig
und lauschen aufmerksam

Erstaunlich war die Geduld der Kinder bei ihrem Besuch im Rathaus. Zwar rutschten einige auf ihrem Stuhl hin und her oder klopften – oft auch im Takt der Musik – auf die Stuhllehne. Abgesehen davon saßen sie etwa eine Stunde ruhig da und lauschten der Musik des Pianisten Ryo Yamanishi.

Dirigent Georg Mais war erstaunt über das große Vorwissen der Kinder über Chopin. Am Schluß animierte er sie sogar zum Mitmachen.
Dirigent Georg Mais war erstaunt über das große Vorwissen der Kinder über Chopin. Am Schluß animierte er sie sogar zum Mitmachen. | Bild: Uwe Petersen

Musikfreund Mais tat ein Übriges, als er die Kinder animierte, zu einem Walzer mit ihren Händen den Dreivierteltakt nachzuempfinden, um ihnen zu zeigen, wie schnell der Walzer sei. Begeistert machten alle Kinder lautstark mit, was Ryo Yamanishi aber nicht zu stören schien.

Als dann noch ein Mädchen auf die Ankündigung, es gebe eine Zugabe, ein lautes „oh ja, schön“ durch den Saal zwitscherte, war endgültig klar, dass auch das Kinderkonzert ein Erfolg war und sicher im Jahr 2021 fortgesetzt wird.

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