Bauplätze in Friedrichshafen sind rar, sehr rar sogar. Umso begehrter sind die städtischen Grundstücke im neuen Baugebiet Ittenhausen-Nord, das gerade erschlossen wird. 80 bis 90 Wohnungen in Einzel-, Doppel- und Mehrfamilienhäusern sind hier geplant. Im Frühjahr 2021 können voraussichtlich die ersten Besitzer mit dem Bau beginnen. Noch ist nach Angaben der Stadt aber kein Bauplatz verkauft.

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Ein 900 Quadratmeter großes Grundstück direkt an der Teuringer Straße ist allerdings quasi schon weg – an eine Bauherrengemeinschaft. Vorausgesetzt, es findet sich eine, die den Kriterien entspricht. Das Rathaus hatte die Fläche für ein dreigeschossiges Mehrfamilienhaus ausgeschrieben, das private Bauherren gemeinsam planen, bauen und bewohnen wollen. Bis zum 6. Mai lief die Abgabefrist. Drei Bewerbungen hat die Stadt erhalten, teilt das Rathaus auf Nachfrage mit.

Vier Reihenhäuser statt Mehrfamilienhaus

Einer davon hat bereits Mitte April sein Interesse öffentlich bekundet: die Wüstenrot Haus- und Städtebau GmbH (WHS). Der Immobilienprofi aus Ludwigsburg teilte mit, dass die WHS eine Baugemeinschaft in Ittenhausen steuern werde. Das Projekt steht: Vier dreigeschossige Reihenhäuser mit jeweils 170 Quadratmetern Wohnfläche, Garten und Dachterrasse. Geplante Fertigstellung: Frühjahr 2023. „Für zwei der vier Reihenhäuser werden aktuell noch Bauherren gesucht“, stand in der Mitteilung auf der firmeneigenen Homepage.

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Wie passt das zur Ausschreibung der Stadt, die sich ausdrücklich an einen Zusammenschluss privater Bauherren richtete? Für die Bauherrengemeinschaft habe das Rathaus einen Projektkoordinator gefordert. „Dass sich die Firma Wüstenrot Haus- und Städtebau hierfür angeboten hat, ist legitim“, heißt es auf Nachfrage. Einen Projektsteuerer braucht es aber erst, wenn eine Baugemeinschaft die Option erhält, das Grundstück auch kaufen zu können.

Auswärtige haben bei Vergabe eigentlich kaum Chancen

Hintergrund dieser Bewerbung ist möglicherweise das Vergabeverfahren aller anderen Baugrundstücke „nach den üblichen Vergabekriterien der Stadt Friedrichshafen“, so eine Sprecherin der Stadt. Für private Häuslebauer ist also der Punktekatalog maßgeblich. Das heißt: Wer in Friedrichshafen wohnt oder mindestens zehn Jahre gewohnt hat und auch hier arbeitet, Kinder hat oder Einwohner von Ailingen ist, hat deutlich größere Chancen auf einen Bauplatz als Auswärtige.

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Von diesem Verfahren ist das Gemeinschaftsgrundstück aber ausgenommen. Laut Ausschreibung sollen „vorwiegend Familien oder Paare aus dem Raum Friedrichshafen„ beteiligte Bauherren sein. Es sei jedoch kein Ausschlusskriterium, wenn die Voraussetzung bei Einzelnen nicht vorliegen. Dass die WHS-Baugemeinschaft zum Zeitpunkt der Bewerbung nur zwei Teilnehmer zählte, spricht zudem nicht für eine klassische Baugemeinschaft. Zumal das Projekt auf dem Papier schon steht und nicht der Ausschreibung entspricht: Statt eines Mehrfamilienhauses sollen vier Reihenhäuser entstehen.

Über Vergabe der Bauplätze wird erst noch entschieden

Wie viele Baugrundstücke in Ittenhausen-Nord überhaupt entstehen, „kann erst benannt werden, wenn die endgültige Vermessung des Areals abgeschlossen ist“, antwortet eine Rathaus-Sprecherin auf Nachfrage. Pläne dazu gebe es, aber die könnten derzeit noch nicht öffentlich gemacht werden. Die Bewerbungen der drei Baugemeinschaften werden nun geprüft. Über die Vergabe entscheiden der Bauausschuss des Gemeinderats und die Ortschaft Ailingen.

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