2020 musste der Wettbewerb auf der Zielgeraden abgesagt werden, nun kann der ZF-Musikpreis nach langer Corona-Zwangspause endlich wieder stattfinden. Und wie Peter Vogel, künstlerischer Leiter, informiert, kann es nur einer der Künstler, die damals teilnehmen sollten, in diesem Jahr nicht möglich machen. Die guten Nachrichten überwiegen: „Yeon-Min Park konnte ich diesmal für den Wettbewerb gewinnen. Sie hatte ich 2020 eingeladen; damals hatte sie keine Zeit“, freut sich Peter Vogel, der den Wettbewerb mit aufgebaut hat.

Park ist mit Geburtsjahr 1990 die älteste Pianistin in der Runde, hat erst spät ihre Karriere begonnen. Mit Anfang 20 nämlich, schildert Vogel. Dennoch ist sie bereits Preisträgerin des Internationalen Beethoven-Klavierwettbewerbs in Wien und hat weitere Preise vorzuweisen. Auch die fünf weiteren Talente, Aurelius Braun, Till Hoffmann, Youngho Park, Xiaolu Zang und Veronika Voloshyna haben einiges vorzuweisen.

Wobei die Teilnahme von Letztgenannter unsicher war, wie Vogel erklärt. Die ehemalige Stipendiatin der Internationalen Musikakademie Liechtenstein stammt nämlich aus der Ukraine, Vogel telefonierte mit ihr am zweiten Tag des Krieges. Ihre Eltern waren zu diesem Zeitpunkt noch in ihrer Heimat Luhansk. „Ich hoffe, dass sie Zeit und Kraft gefunden hat, sich auf den Wettbewerb vorzubereiten“, so Vogel.

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Regina Michel, Geschäftsführerin und Kuratorin der ZF-Kunststiftung, ergänzt, dass sie die Preisgelder inzwischen deutlich erhöht hätten – auf 10 000, 5000 und 3000 Euro für die ersten drei Plätze: „Damit können wir uns sehen lassen.“ Auch der Publikumspreis sei auf 500 Euro angehoben werden. Apropos Publikum: Der freie Eintritt sei der ZF-Kunststiftung ein besonderes Anliegen. „Man muss schnell sein“, betont sie allerdings. Es stünden nur begrenzt Plätze zur Verfügung, auch, da sie aufgrund der aktuellen Situation keine Maximalbestuhlung vornehmen würden: „Allerdings werden wir auch keine eineinhalb Meter Abstand mehr halten.“

Abschlusskonzert in Friedrichshafen

Der erste Konzertabend findet am 12. Mai, 18.30 Uhr im Münzhof in Langenargen statt. Die Künstler präsentieren Werke von Johann Sebastian Bach und Sonaten von Ludwig van Beethoven. Am Folgetag um dieselbe Uhrzeit geht es dann in die zweite Runde; diesmal im Forum am See in Lindau. Das entscheidende Abschlusskonzert mit drei Finalisten findet am Sonntag, 15. Mai um 19 Uhr im Graf-Zeppelin-Haus statt – im Heimatort der ZF-Kunststiftung, wie Michel ergänzt. Gespielt werden an diesem letzten Abend Konzertetüden und ein repräsentatives Werk freier Wahl des 19. oder 20. Jahrhunderts.

Im Anschluss wird dann die Jury unter Vogels Leitung die Preisträger küren – an seiner Seite werden Yuka Imamine und Ritva Sjöstedt mitentscheiden. Außerdem wird an allen drei Abenden ein Publikumspreis vergeben. Karten gibt‘s kostenlos auf Anfrage bevorzugt per E-Mail an musikpreis@zf.com, alternativ telefonisch unter 0 75 41/77 60 29.

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