Mehr als fünf Jahrzehnte standen die „Huey“ genannten „Utility Helikopter“ – übersetzt: Mehrzweckhubschrauber – im Dienst der Bundeswehr. Jetzt wurden sie durch den Airbus-Hubschrauber vom Typ H145M ersetzt.

„Wir haben einen Generationswechsel bei der Bundeswehr“, erklärt Oberstleutnant Bodo Schinkel vom Transporthubschrauberregiment 30 in Friedrichshafen, wo „Huey“ auf ihrer Abschiedstour Station machte. Die neue Generation von Helikoptern könne die Piloten mit elektronischen Hilfsmitteln unterstützen, so Schinkel.

Oberstleutnant Bodo Schinkel vor seiner „Huey“.
Oberstleutnant Bodo Schinkel vor seiner „Huey“. | Bild: Anette Bengelsdorf

Das konnte der alte „Teppichklopfer“ nicht. Diesen Spitznamen hatte er sich aufgrund der typischen Knallgeräusche eingehandelt, die seine Rotorblätter verursachten. Sie entstanden, wenn das nachfolgende Blatt mit Überschallgeschwindigkeit durch die Wirbelschleppe seines Vorgängers sauste.

Der Nachfolger von „Huey“, ein Airbus H145M, hat den Piloten elektronische Hilfsmittel zu bieten.
Der Nachfolger von „Huey“, ein Airbus H145M, hat den Piloten elektronische Hilfsmittel zu bieten. | Bild: Anette Bengelsdorf

Angeblich war der Hubschrauber so schon aus etwa zehn Kilometern Entfernung zu hören. Doch so wie der Teppichklopfer und seine Stangen dem Staubsauger gewichen sind, ist auch die Bell UH-1D ab sofort Geschichte.

Warten auf den Start zum Formationsflug.
Warten auf den Start zum Formationsflug. | Bild: Anette Bengelsdorf

Für die Abschieds-Tour zu nach Bundeswehrangaben ausgewählten Flughäfen in Deutschland wurde ein Exemplar mit einer romantischen Sonderlackierung versehen: Soldaten winken der in Richtung Sonnenuntergang entschwindenden „Huey“ zu. Es sei eine Gemeinschaftsidee der Besatzung gewesen, das Design stamme von „Huey“-Pilot Hauptmann Schütt, lässt Oberstleutnant Schinkel wissen.

Die Bell UH-1D war für die US-Streitkräfte der erste Hubschrauber mit Turbinenantrieb.
Die Bell UH-1D war für die US-Streitkräfte der erste Hubschrauber mit Turbinenantrieb. | Bild: Anette Bengelsdorf

Auch ihn lässt der Abschied nicht kalt. 36 Jahre lang sei er die „Huey“ geflogen, sagt er und fügt hinzu: „Wir sind zusammen groß geworden“. Am 23. Juni wird das Arbeitstier, das sich im Kalten Krieg, bei Katastropheneinsätzen, sowie zahlreichen Auslands- und Search-and-Rescue-Einsätzen bewährt hat, seinen letzten Flug antreten und im Helikoptermuseum in Bückeburg in Rente gehen.

Video: Anette Bengelsdorf

Der vorletzte Flug – jener am Bodensee – sollte aber ein ganz besonderer sein. Staub flog durch die Luft, die vom Lärm der Turbinen und der Rotorblätter bebte, als der alte Helikopter und sein Nachfolger starteten. Im Formationsflug in einem Abstand von jeweils 70 Metern begleiteten die beiden den Zeppelin auf seinem Rundflug Richtung Lindau.

Der dritte und kleinste Hubschrauber transportierte den Fotografen.
Der dritte und kleinste Hubschrauber transportierte den Fotografen. | Bild: Anette Bengelsdorf