Die Baukultur in Friedrichshafen soll gefördert und, wie Erster Bürgermeister Stefan Köhler sagte, das öffentliche Bewusstsein für anspruchsvolle Architektur, geschärft werden. Dazu sollen zukünftig im Zweijahresrhythmus realisierte städtebauliche sowie objekt- und grünplanerische Projekte ausgezeichnet werden. Nun wurde der mit 10 000 Euro dotierte Baukulturpreis erstmals vergeben: Ausgezeichnet wurde damit die Wohnbebauung Allmand-Carré in der Allmandstraße.

Große Abstände und Videobotschaften statt Anwesenheit: Oberbürgermeister Andreas Brand, Schirmherr des Baukulturpreises, überbrachte seine Grußworte digital.
Große Abstände und Videobotschaften statt Anwesenheit: Oberbürgermeister Andreas Brand, Schirmherr des Baukulturpreises, überbrachte seine Grußworte digital. | Bild: Anette Bengelsdorf

Lokale Baukultur stärken, Stadtgrün erlebbar machen, Mikroklima verbessern

Das Projekt entspreche mit seinen Grünfingern zwischen den Hauszeilen und den konsequent nach Süden ausgerichteten Wohnungen, die mit ihren integrierten Loggien den Menschen private Außenräume bieten, dem Anspruch des Baukulturpreises, sagte der Vorsitzende des Preisgerichts, Wolfgang Riehle, in seiner Laudatio.

Zielsetzung der Stadtplanung sei, die lokale Baukultur in der Stadt zu stärken, das Stadtgrün erlebbar zu machen, das Mikroklima zu verbessern sowie Maßnahmen zur Barrierefreiheit zu realisieren. Zudem sollen nachhaltige Materialien eingesetzt werden. Gewürdigt wurden neben dem Bauträger, den Architekten und Baustatikern, auch die Gestalter der Außenanlage und die Kunst am Bau.

Mit einem Anerkennungspreis, der ursprünglich nicht vorgesehen war, wurde die Sanierung im Fallenbrunnen 1 ausgezeichnet. Lob gab es dabei für die Umbaumaßnahmen an einem der mächtigen U-förmigen Bestandsgebäude der ehemaligen Flakkaserne, in dem die Swiss International School untergebracht ist. So sei es gelungen, dem Gebäude eine völlig neue Qualität zu geben, ohne die Historie vergessen zu lassen, begründete Riehle die Entscheidung des Preisgerichts.

Mit dem Anerkennungspreis wurde die Sanierung im Fallenbrunnen 1 ausgezeichnet. Es freuen (von links) Erster Bürgermeister Stefan Köhler, Garrit Bauknecht (Bauknecht Immobilien), Marie-Christine Thiébaut (Schulleitung Swiss International School), Meike Heeger, (Bauknecht Immobilien), Uwe Schwarz (Hildebrand + Schwarz Architekten), Stefanie Hausmann (Bauknecht Immobilien) und Christian Seng (365° freiraum + Umwelt).
Mit dem Anerkennungspreis wurde die Sanierung im Fallenbrunnen 1 ausgezeichnet. Es freuen (von links) Erster Bürgermeister Stefan Köhler, Garrit Bauknecht (Bauknecht Immobilien), Marie-Christine Thiébaut (Schulleitung Swiss International School), Meike Heeger, (Bauknecht Immobilien), Uwe Schwarz (Hildebrand + Schwarz Architekten), Stefanie Hausmann (Bauknecht Immobilien) und Christian Seng (365° freiraum + Umwelt). | Bild: Anette Bengelsdorf
Die Festrede hielt Rainer Nagel, Vorstandsvorsitzender der Bundesstiftung Baukultur.
Die Festrede hielt Rainer Nagel, Vorstandsvorsitzender der Bundesstiftung Baukultur. | Bild: Anette Bengelsdorf

Spannend, engagiert, kontrovers, mahnend, konstruktiv – mit einer Reihe von Adjektiven beschrieb Stefan Köhler den Diskurs über Friedrichshafens Baukultur, der zunehmend in die Bevölkerung getragen werde. Dabei habe Friedrichshafen früh erkannt, dass Baukultur nicht nur ein bauwirtschaftliches, sondern vor allem ein gesellschaftliches Thema sei, meinte Rainer Nagel, Vorstandsvorsitzender der Bundesstiftung Baukultur in seiner Festrede. Denn eine gebaute Umwelt von hoher Qualität trage wesentlich zur Bildung einer nachhaltigen Gesellschaft bei. „Baukultur muss funktionieren wie der kategorische Imperativ: Jeder Eingriff sollte eine Verschönerung oder Verbesserung bedeuten“, sagte Nagel.

Teilnehmer der Preisverleihung konnten sich im Foyer des Hugo-Eckener-Saals über die elf eingereichten Projekte informieren.
Teilnehmer der Preisverleihung konnten sich im Foyer des Hugo-Eckener-Saals über die elf eingereichten Projekte informieren. | Bild: Anette Bengelsdorf

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