Maike Stork

Im Sommer 2022 hatten Vertreter der Grünen, des Netzwerks für Friedrichshafen und der Ökologisch-Demokratischen Partei im Gemeinderat eine Umwidmung der Windhager Straße in eine Fahrradstraße beantragt. Bereits 2017 wurde über ein Fahrverbot für Autos auf dieser Strecke diskutiert. Damals wurde lediglich die Geschwindigkeit auf 50 Kilometer pro Stunde begrenzt.

Philipp Fuhrmann von der Fraktion Netzwerk für Friedrichshafen begründet den neuen Antrag so: „Die Windhager Straße ist eine optimale Radverbindung aus der Stadt heraus in Richtung Nord-West.“ Außerdem sei die Strecke momentan gefährlich für Radfahrer und Fußgänger. Wer sie schon einmal befahren hat, der weiß, warum: Sie ist vor allem schmal. Zwei durchschnittlich große Autos kommen gerade so aneinander vorbei. Für Radfahrer oder Fußgänger gibt es keine Ausweichmöglichkeit.

Schon für zwei sich entgegenkommende Autos ist die Straße mit ihren vier Metern Breite knapp. Wenn Fußgänger oder Fahrradfahrer ...
Schon für zwei sich entgegenkommende Autos ist die Straße mit ihren vier Metern Breite knapp. Wenn Fußgänger oder Fahrradfahrer hinzukommen, muss gebremst werden. Das kann mitunter gefährlich werden. | Bild: Maike Stork

Die Straßenverkehrsbehörde prüfte das Ersuchen mit dem Ergebnis, keine Fahrradstraße einzurichten. Dies ging aus einer Sitzungsvorlage des Finanz- und Verwaltungsausschusses hervor, der am 23. Januar tagte.

Argumente gegen die Einrichtung der Fahrradstraße

Abgewogen wurden bei der Prüfung laut Sitzungsvorlage mehrere Faktoren – wobei die Argumente gegen die Einrichtung einer Fahrradstraße dominierten. Zum Einen habe eine Verkehrszählung ergeben, dass das Radaufkommen auf der Strecke verhältnismäßig gering sei. Außerdem habe sie aufgrund ihrer Nähe zum Bodenseeradweg für den typischen Radverkehr keine übermäßige Bedeutung, heißt es weiter. Eine Fahrradverbindung über die Windhager Straße sei zudem nicht zwingend notwendig, um die Ortschaften mit dem Stadtkern zu verbinden. Denn es gebe alternative Wege. Auch sei es auf der Strecke nötig, dass Anlieger ihre Grundstücke mit dem Auto anfahren können. Dafür sei zumindest eine Zulassung „Anlieger frei“ erforderlich.

Das könnte Sie auch interessieren

Tempo 30 und Durchfahrverbot

Trotz allem soll sich auf der Strecke nun etwas ändern: Die Stadtverwaltung will in der Windhager Straße eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 Kilometern pro Stunde sowie ein Durchfahrtsverbot für Autos an Sonn- und Feiertagen einrichten. Das kündigte sie jüngst in einer Pressemitteilung an. Die Maßnahmen sollen „in Kürze zunächst für zwölf bis 18 Monate auf Probe“ durchgesetzt werden. Nach Ablauf dieser Zeit wolle man prüfen, ob tatsächlich eine Verkehrsberuhigung erzielt werden konnte. Der Finanz- und Verwaltungsausschuss hat dem Vorschlag am 23. Januar 2023 mehrheitlich zugestimmt.