Es war etwa 6.30 Uhr, als Michael Schöberl am ersten Schneetag in diesem Winter sein Haus in Uhldingen-Mühlhofen verließ. Bereits in der Nacht auf den 1. Dezember hatte es angefangen zu schneien und auch den Vormittag über fielen weiße Flocken vom Himmel. Als sich Schöberl in sein Auto setzte, um zu seinem Arbeitsplatz nach Tettnang zu fahren, stutzte er. Die Straße vor ihm war verschneit.

Michael Schöberl: „Ich habe mich gefragt: Was hat der Winterdienst in den letzten Stunden gemacht?“
Michael Schöberl: „Ich habe mich gefragt: Was hat der Winterdienst in den letzten Stunden gemacht?“ | Bild: Privat

„Ich habe mich gefragt: Was hat der Winterdienst in den vergangenen Stunden gemacht?“, erzählt Schöberl im Gespräch mit dem SÜDKURIER. Auf seiner anderthalb Stunden langen Fahrt – normalerweise braucht er etwa 45 Minuten – wurde Schöberls Verwunderung immer größer. „Sogar die B 31 war zur Hauptverkehrszeit nicht geräumt. Es ist einfach unglaublich. Ich habe keine einzige geräumte Straße gesehen“, sagt er.

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Dabei waren an diesem Tag, dem 1. Dezember, ab 2.30 Uhr alle im Landkreis verfügbaren Fahrzeuge des Winterdienstes im Einsatz. Das gibt Robert Schwarz, Pressesprecher des Landratsamtes Bodenseekreis, bekannt. „Das Räumfahrzeug, welches die B 31 bei Uhldingen betreut, war um 5.40 Uhr auf der B 31 im Raum Uhldingen unterwegs“, sagt Schwarz. Die Bundesstraße sei geräumt und gestreut worden.

Robert Schwarz ist Pressesprecher des Landratsamts Bodenseekreis. Er bestätigt, dass alle verfügbaren Fahrzeuge des Winterdienstes im Einsatz waren.
Robert Schwarz ist Pressesprecher des Landratsamts Bodenseekreis. Er bestätigt, dass alle verfügbaren Fahrzeuge des Winterdienstes im Einsatz waren. | Bild: Landratsamt Bodenseekreis

Von den 23 Räumfahrzeugen sei Schöberl nur eines auf seinem Weg zur Arbeit begegnet: in Meckenbeuren. „Glücklicherweise habe ich gute Winterreifen und Allrad. Mir konnte der Schnee nichts anhaben“, sagt Schöberl. Bei seiner Fahrt habe er mehr als zehn Autos gesehen, die auf den zugeschneiten Straßen nicht weitergekommen seien. Der Autofahrer betont: „Es ist gefährlich, wenn die Straßen nicht geräumt sind.“

Dass Autofahrer wie Michael Schöberl auf verschneite Straßen treffen, könne nach Aussagen von Robert Schwarz trotz bester Vorbereitung und frühem Arbeitsbeginn des Winterdienstes passieren. „Denn die Schneepflug-Piloten können nicht überall sofort und gleichzeitig sein.“

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