Kaum hatten wir dem englischsprachigen Straßenschild am Fischbacher Knoten einen Artikel gewidmet, war es auch schon wieder weg. Exakt eine Woche nach unserer Stippvisite an der Ampelanlage, die sich aufgrund ihrer Kontaktschleife in der Zeit zuvor zu einer Art Problemampel entwickelt hatte, fehlte von dem Schild, seinem deutschsprachigen Pendant und dem dazugehörigen Blinklicht schon wieder jede Spur. Nur: Wo sind sie hin? Und droht damit wieder Stau an einer dauerroten Ampel, an der nach Auskunft der Stadt und Schilderungen von Pendlern zuvor Lastwagen-Fahrer häufig nicht bis zur Kontaktschleife vorgefahren waren?

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Eine neuerliche Nachfrage bei der Stadt, die die Schilder hatte aufstellen lassen, ergibt: Zumindest auf die Schnelle lässt sich nicht in Erfahrung bringen, wer die Schilder samt Blinklicht entfernt hat. „Von unserem Amt für Bürgerservice, Sicherheit und Ordnung habe ich allerdings erfahren, dass sie es nicht veranlasst haben“, teilt Stadtsprecherin Andrea Kreuzer mit.

Am Tag darauf weiß sie mehr: Die Straßenmeisterei des Landratsamtes Bodenseekreis ließ die Schilder entfernen. Der Grund seien Änderungen beziehungsweise Anpassungen an der Signalanlage gewesen. „Es wurde eine Detektion mittels Kamera installiert“, so Kreuzer. Somit würden die wartenden Fahrzeuge nun über eine Kamera erfasst, die Ampel schalte dann auf Grün.

Wie Sie sehen, sehen Sie nichts: Das englischsprachige Schild, sein Pendant auf Deutsch und das Blinkzeichen vom Fischbacher Knoten sind nach nur wenigen Tagen wieder verschwunden.
Wie Sie sehen, sehen Sie nichts: Das englischsprachige Schild, sein Pendant auf Deutsch und das Blinkzeichen vom Fischbacher Knoten sind nach nur wenigen Tagen wieder verschwunden. | Bild: Lena Reiner

Vom Pressesprecher des Landratsamtes, Robert Schwarz, erfahren wir, dass die Steuerung der Ampelanlage tatsächlich mit beiden Sensoren erfolgt, also optisch und induktiv. Die Kontaktschleife ist also nicht deaktiviert. Ziel sei eine bessere Steuerung der Wartezeiten und des Abflusses, insbesondere bei Rückstaus aus dem Ortsteil Fischbach kommend, so Schwarz. Warum das Landratsamt diese Änderung veranlasst hat, ist schnell beantwortet: „Die Unterhaltung von Lichtsignalanlagen für die B-31-Umfahrung Friedrichshafen-Waggershausen liegt seit der Verkehrsfreigabe im August 2020 in der Zuständigkeit des Landratsamtes Bodenseekreis beim Straßenbauamt.“

Erfüllt das neue Detektionssystem seine Aufgabe?

Die Videodetektion wurde Schwarz zufolge am 23. Februar installiert. Damit ist natürlich nicht ausgeschlossen, dass bei unserer ersten Verkehrsbeobachtung im Bereich der bisherigen Problemampel tatsächlich auch die zweisprachigen Schilder ihre Wirkung zeigten. Vielleicht floss der Verkehr aber auch schlichtweg deshalb so staulos, weil das neue Detektionssystem seine Aufgabe erfüllt.