Knapp ein Jahr ist es inzwischen her, dass auch die letzten 1,3 Kilometer der B 31-neu bei Friedrichshafen für den Verkehr geöffnet wurden. 58 Jahre nach den ersten Planungen für eine Ortsumfahrung und sieben Jahre nach dem Spatenstich wurde die neue Trasse am 24. August 2021 auf der gesamten Länge freigegeben.

Gegner und Befürworter

Ihre B-31-Shirts hatten sie für diesen Tag extra noch einmal aus dem Schrank geholt. 2013 hatten sich die Mitglieder der Initiative Pro B 31 auf den Weg nach Berlin gemacht, um ihren Forderungen nach einem Ausbau der Bundesstraße Ausdruck zu verleihen. Acht Jahre später wurde die Umfahrung freigegeben – und die B-31-Aktivisten Eberhard Günthör und Roland Frank stachen mit ihren weißen T-Shirts unter den geladenen Gästen hervor.

Bild 1: Vor einem Jahr wurde die B 31-neu eröffnet
Bild: Fabiane Wieland

Für eine Klimaaktivistin war die Eröffnung der B 31 hingegen kein Freudentag. „Wir wollen auf die dringend notwendige Verkehrswende aufmerksam machen“, sagte sie am Rande der Veranstaltung. Gemeinsam mit Liz Bartusch wollte Elgin Raupach daher ihr Banner an der Böschung der B 31 ausbreiten, wurden daran aber von Polizei und Sicherheitsdienst gehindert. Protestiert wurde daraufhin außer Sichtweite.

Bild 2: Vor einem Jahr wurde die B 31-neu eröffnet
Bild: Lena Reiner

Neuigkeiten für B-31-Weiterbau im Gepäck

Bei der Eröffnung der B 31-neu erklärte der damalige Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer, dass es zwischen Meersburg und Immenstaad auf der Vorzugsvariante B1 weitergehen wird. „Die Unterlagen zur Vorplanung liegen damit vor“, sagte Scheuer. Geplant sei ein vierstreifiger Neubau auf einer Strecke von 11,6 Kilometern. Die Kosten bezifferte er mit 311 Millionen Euro.

Bild 3: Vor einem Jahr wurde die B 31-neu eröffnet
Bild: Lena Reiner

Das Band ist durch – jetzt kann‘s (fast) losgehen

Gegen 10.30 Uhr durchschnitten Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU), Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne), Friedrichshafens Oberbürgermeister Andreas Brand und Dirk Brandenburger (technischer Geschäftsführer der Projektmanagementgesellschaft Deges) schließlich symbolisch das Band am Waggershauser Tunnel.

Bild 4: Vor einem Jahr wurde die B 31-neu eröffnet
Bild: Lena Reiner

Die Sache mit dem Klo

Die letzten Absperrungen waren am Dienstagnachmittag aufgeladen, ein paar Hütchen und ein Flatterband vom Festakt wurden noch entfernt, dann sollte der Verkehr rollen. Allerdings: Aufgebockt stand da am Rand des neuen Straßenabschnitts noch der Toilettenwagen von der Eröffnungsfeier herum. Das Fahrzeug, mit dem der Anhänger abtransportiert werden könnte, sowie sein Fahrer weder in Sicht- noch in Hörweite.

Bild 5: Vor einem Jahr wurde die B 31-neu eröffnet
Bild: Lena Reiner

Die ersten Autos sind unterwegs

Schließlich war auch der Toilettenwagen abtransportiert und die Strecke konnte freigegeben werden. Die ersten Autofahrer konnten den 700 Meter langen Waggershauser Tunnel am Eröffnungstag gegen 13.50 Uhr passieren und den neuen B-31-Streckenabschnitt nutzen.

Video: Lena Reiner

Wer ist schneller am Ziel?

Auf welcher Route gelangen Autofahrer rund um Friedrichshafen schneller ans Ziel? Auf der B 31-neu und durch den Waggershauser Tunnel? Oder doch wie bisher durch die Stadt? Das haben wir nach der Eröffnung getestet. Das Ergebnis gibt es in unserem Video hier.

Entlastung hier, neue Probleme dort

Entlastung brachte die neue Straße vor allem Bewohnern an der alten Strecke. Andere berichteten hingegen von deutlich mehr Fahrzeugen direkt vor ihrer Haustür – vor allem an den Zubringerstrecken zur B 31-neu. Daraufhin wurden Verkehrsströme an zwölf Messpunkten untersucht. Weitere Daten sollen Verkehrszählungen für die Lärmaktionsplanung bringen.

Bild 6: Vor einem Jahr wurde die B 31-neu eröffnet
Bild: Julia Blust/Fabiane Wieland