Aus bisher noch nicht geklärten Gründen ist es am Freitagnachmittag im Sauerstoffwerk in Friedrichshafen im Zusammenhang mit der Befüllung von Druckgasflaschen vermutlich zu einem Sauerstoffbrand gekommen. Durch das Austreten von verdichtetem Sauerstoff wurde im Vakuumpumpenraum Staub aufgewirbelt, der wiederum den Brandalarm auslöste.

Neben dem Schaden an einer Vakuumpumpe wurden durch eine schlagartige Freisetzung von Druck Teile der verglasten Fassade des Produktionsgebäudes beschädigt. Der entstandene Schaden beläuft sich nach ersten Schätzungen auf knapp 10.000 Euro, heißt es im Polizeibericht. Verletzt wurde niemand.

Durch die Verpuffung wurden am Gebäude des Sauerstoffwerks Scheiben nach außen gedrückt.
Durch die Verpuffung wurden am Gebäude des Sauerstoffwerks Scheiben nach außen gedrückt. | Bild: Lena Reiner

Keine vier Minuten nach Auslösung des Alarms war die Feuerwehr mit sechs Einsatzfahrzeugen – also einem erweiterten Löschzug – vor Ort. „Wir sind ja in direkter Nachbarschaft“, sagte Einsatzleiter Louis Laurösch. Hinzu kamen vier Einsatzkräfte der Polizei und sechs des Rettungsdienstes. Wichtig sei vor allem die Zusammenarbeit vor Ort gewesen, erläuterte Laurösch im Nachgang des Einsatzes: „Da wir alle keine Fachleute sind, haben wir den Einsatz in enger Absprache mit den Fachleuten vor Ort durchgeführt.“

Großlüfter gegen den Rauch

Offenes Feuer sei nicht entstanden. Die Hauptaufgabe der Feuerwehr habe darin bestanden, die letztlich zwei betroffenen Gebäude mit Großlüftern vom Rauch beziehungsweise Staub zu befreien. Mit acht „Trupps“ mit Sauerstoffgeräten, also insgesamt 16 Feuerwehrleuten, seien die Gebäude anschließend noch kontrolliert worden.

Rüdiger Karsch, Technischer Leiter Werke, stand der Feuerwehr bei deren Einsatz zur Seite. „Wir werden jetzt erst einmal eine Fehleranalyse durchführen, wie es dazu überhaupt kommen konnte“, erklärte er.

Rüdiger Karsch (link), technischer Leiter Werke, und Werksleiter Thomas Müller von der Sauerstoff Friedrichshafen GmbH können vermelden, dass niemand verletzt wurde.
Rüdiger Karsch (link), technischer Leiter Werke, und Werksleiter Thomas Müller von der Sauerstoff Friedrichshafen GmbH können vermelden, dass niemand verletzt wurde. | Bild: Lena Reiner

„Wir füllen hier inzwischen seit 26 Jahren Sauerstoff ab und so etwas habe ich dabei noch nicht erlebt“, sagte Karsch. Der Vorfall habe sich in einem Bereich des Werkes ereignet, der nicht zu den störfallrelevanten Betriebsbereichen zählt. Das Propangas, aufgrund dessen diese Einstufung vorgenommen worden sei, werde in einem ganz anderen Gebäude abgefüllt. Als Störfallbetrieb werden Betriebsbereiche bezeichnet, für die die Störfall-Verordnung Anwendung findet, da dort gefährliche Stoffe ab einer Menge vorhanden sind, die in der Störfall-Verordnung als Schwellenwert definiert wurde.