Eine große Herausforderung seien die letzten zwei Tage vor der neuerlichen Schließung ihres Salons „CK 17“ in der Werastraße gewesen, sagt Celin Kürem: „Die Kunden alle reinzukriegen, manche haben keinen Termin mehr bekommen.“ Sie war in der Zeit alleine, da die eigentlich eingeplante Mitarbeiterin wegen des Verdachts auf den Kontakt zu einer positiv getesteten Person in Quarantäne bleiben musste. „Das war hart, mit Vorschriften, mit Maßnahmen, aber ich bin froh, dass ich alles überstanden habe“, sagt Kürem und lacht. Ab 7 Uhr in der Früh sei sie im Salon gestanden und habe bis abends um 18 Uhr die letzten Kunden vor der erneuten Schließung bedient.

Video: Lena Reiner

Seit der Schließung Mitte Dezember bekomme sie immer wieder Anfragen, ob sie denn Hausbesuche anbieten würde. Da bleibt Celin Kürem klar beim „Nein“, veröffentlicht auch regelmäßig Stellungnahmen auf Facebook: „Weil uns Gesundheit einfach wichtig ist. Wir wollen diesen Covid ja auch senken. Ich hatte selbst Covid-Erkrankte im Bekanntenkreis.“ Es gehe jetzt darum, die Zahlen zu senken. Sie rechnet damit, dass die Schließung länger dauern wird als bis Mitte Februar: „Ich denke nicht, dass es so schnell gehen wird. Das wird schon ein bisschen länger gehen.“

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In der Zwischenzeit style sie sich die eigenen Haare – „mal den Ansatz färben, mal ein bisschen schneiden“ – oder auch ihrem Hund: „Da schnippele ich hin und wieder.“ Auch um den Haarschnitt ihres Manns kümmere sie sich selbstverständlich: „Da schneide ich die Konturen nach.“

Finanzielle Hilfen „nicht so hoch wie erwartet“

Sie habe Hilfen von der Regierung bekommen: „Das war aber nicht so hoch, wie wir erwartet haben.“ Die Summe reiche gerade dafür, die aktuellen betrieblichen Ausgaben zu decken. Finanziell sei es schwierig für sie. „Ich habe mich beworben auf Minijobs, wo es geht, aber überall ist aktuell die Angst vor Krankheiten, niemand stellt ein.“ Ihr Mann sei zum Glück auch da und bringe sein Einkommen mit.

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Auch wenn sie die aktuelle Zeit mit abendlicher Ausgangssperre und Kontaktbeschränkung als „Gefängnis“ empfindet, spricht sich Kürem deutlich für die Einhaltung der Maßnahmen aus. „Ich habe selbst eine Schwester, die sehr krank ist, die Leukämie hat und aktuell auch in der Uniklinik ist.“ Es sei wichtig, auf diese Menschen Rücksicht zu nehmen: „Wir müssen jetzt durchhalten.“