Von Null auf 120 und sehr dynamisch, berichtet Moritz Rieger, sei das Hotel City Krone nach der ersten Corona-Zwangspause in die Sommersaison gestartet, die ähnlich gut verlief wie in den vergangenen Jahren. Mitarbeiter und Lieferanten zogen spontan an einem Strang und die Verluste konnten zumindest minimiert werden.

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Dass trotz ausgeklügeltem Hygienekonzept die Hotels erneut schließen mussten, betrachtet Max Rieger nicht als Willkür der Politik, sondern sei eben der Entwicklung der Pandemie geschuldet. „Mit der Entscheidung müssen wir leben“, sagt er und zuckt mit den Schultern.

Die Novemberhilfe lässt auf sich warten

Sorge bereitet den Brüdern aber, dass von der versprochenen Novemberhilfe, zumindest bis zum 2. Dezember, noch nichts bei ihnen angekommen ist, um Löhne, Pacht, Strom und andere laufende Kosten zu decken. Gestemmt wurden sie mit einer erneuten Privateinlage. Und Planungssicherheit für die kommenden Wochen ist noch nicht in Sicht.

Video: Annette Bengelsdorf

Selbst die Aussicht, das Hotel für die Weihnachtsfeiertage zu öffnen, lässt die beiden nicht jubeln. Lager füllen, Sauna anheizen, das alles lohnt sich rein wirtschaftlich nur für eine entsprechende Anzahl von Gästen. Andererseits möchten die jungen Hoteliers gerne ihrer Verpflichtung als Gastgeber nachkommen und auch einem kleinen Kreis von Verwandtenbesuchern die Möglichkeit einer Übernachtung bieten. Beide hoffen auf ein rechtzeitiges Signal der Politik, um die Vorbereitungen dafür treffen zu können.

Wichtig ist die Kommunikation mit den Mitarbeitern

Der Durststrecke zum Trotz, lassen sich weder die Brüder Rieger, noch ihre Mitarbeiter die Freude an ihrer Arbeit vermiesen. „Die Hotellerie ist eine coole Branche, in der man viel Freude mit Menschen haben kann“, sagt Max Rieger. Mit offener und transparenter Kommunikation, Newsletter-Updates und persönlichen Gesprächen holen sie ihre Mitarbeiter ab, binden sie in Entwicklungen und Entscheidungen ein, um sie an Bord zu halten, für den Tag, an dem es weitergeht.

Der Bodensee zieht die Gäste nach Friedrichshafen

Denn so schön es für die jungen Familienväter ist, mehr Zeit als üblich mit ihrem Nachwuchs zu verbringen, der Lockdown sollte sich nicht mehr allzu lange ins neue Jahr hineinziehen. Das Überleben des alteingesessenen Hotels wäre dann abhängig von staatlicher Hilfe.

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Doch die beiden schauen optimistisch in die Zukunft und hoffen auf einen Neustart im Frühjahr. Auch unabhängig von Industrie und Messe sei es die Bodenseeregion, die die Gäste ganzjährig nach Friedrichshafen zieht. Moritz Rieger ist deshalb sicher: „Wir werden am Markt bestehen bleiben und das Hotel weiter betreiben.“