Das Interesse an der künftigen Entwicklung des Kasernenareals Fallenbrunnen-Nordost ist groß. 2539 Bürger haben laut einer Mitteilung der Stadt an der Umfrage auf der Beteiligungsplattform www.sags-doch.de teilgenommen. Mehr als 85 Prozent von ihnen sind zwischen 18 und 34 Jahren alt.

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Die überdurchschnittlich hohe Beteiligung jüngerer Bevölkerungsgruppen spiegelt sich auch bei den Besuchshintergründen wider: Knapp zwei Drittel der Befragten geben an, den Fallenbrunnen aufgrund ihrer Aus- oder Weiterbildung aufzusuchen. Weitere zentrale Gründe für den Besuch des Quartiers stellen nach Angaben der Stadt das kulturelle Angebot, die Naherholung oder der Arbeitsplatz dar.

Gewerbenutzung und zukunftsorientiertes Wohnen

Geht es um die Ausrichtung des Fallenbrunnens Nordost stehe bei den Befragten die Förderung unterschiedlicher Gewerbenutzungen an erster Stelle; dicht gefolgt vom zukunftsorientierten Wohnen. Hierbei stehen vor allem nachhaltige, ökologische Bauweisen, innovative Energiekonzepte, neue Technologien, flexible Grundrisse, die Verbindung von Wohnen und Arbeiten sowie die soziale Mischung im Vordergrund, berichtet die Stadtverwaltung.

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Hinsichtlich der Gestaltung von Naturschutz, Grün und Freiräumen spielen Ruhe und Entspannung, grüne Wegeverbindungen sowie der Erhalt der Artenvielfalt und ihrer Lebensräume die größte Rolle. In Bezug auf die Aspekte des Fallenbrunnens als Klimaquartier seien den Befragten ein innovatives Energiekonzept sowie klimaschützende Baumaßnahmen besonders wichtig.

Im Kontrast würden allerdings nur wenige der Umfrageteilnehmer Wert auf eine nachhaltige Mobilität legen. Die Mehrheit der Befragten ziehe den motorisierten Individualverkehr dem öffentlichen Personennahverkehr oder alternativen Angeboten wie Carsharing vor. Als Hauptgründe werden Zeitersparnis, zu geringe Taktfrequenzen von Bus und Bahn, fehlende Erreichbarkeiten sowie mangelnde Abdeckung von Randzeiten angegeben.

Ergebnisse sind nicht repräsentativ

Wichtig zu beachten ist nach Angaben der Stadt: Da es sich um ein offenes Befragungsformat handelt, die Teilnahme also nicht per Zufallsauswahl – zum Beispiel gleichmäßig verteilt nach Alter und Geschlecht – vorselektiert wurde, stelle das Umfrageergebnis ein Meinungsbild dar und sei somit nicht repräsentativ. Besonders deutlich werde dies durch die überproportional stark vertretenen Studierenden, die in der Befragung unter anderem den Erhalt kostenloser Parkmöglichkeiten fordern, während im Smart City Hackathon – einem weiteren Bürgerbeteiligungsformat zu diesem Thema – der autofreie Fallenbrunnen als Ziel skizziert wurde.

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Die Ergebnisse beider Beteiligungsverfahren finden bei entsprechender Eignung Eingang in die Aufgabenbeschreibung des für 2021 geplanten städtebaulichen Ideenwettbewerbs. Eine Jury wird die Entwürfe der teilnehmenden Planungsbüros bewerten. Der Gemeinderat entscheidet anschließend, welcher Entwurf realisiert wird.