Was war passiert? Am Abend des 28. Septembers vergangenen Jahres kam es auf der Landesstraße 328 b zwischen Kluftern und Friedrichshafen zu einer Art Rangelei zwischen den Fahrern eines Smart und eines Fiat 500. Die 23-jährige Fiat-Fahrerin, so die Anklage, sei langsam gefahren. Der Smart-Fahrer habe sie überholt und vor dem Fiat 500 stark gebremst, sodass die Frau ebenfalls in die Eisen steigen musste. Dann habe die 23-Jährige zum Überholen angesetzt, worauf der Smart-Fahrer wieder beschleunigt habe, um sie am Überholen zu hindern. Sie sei wegen eines entgegenkommenden Fahrzeugs wieder rechts eingeschert.

Ein dritter Fahrer, der nicht mehr rechtzeitig abbremsen konnte, fuhr auf den Wagen der 23-Jährigen auf. Die Folge waren Schmerzen an der Halswirbelsäule, Kopfschmerzen und Beschwerden an den Schultergelenken.

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„Nicht ich wollte sie maßregeln, sondern sie mich“

Der Angeklagte, der seit zwölf Jahren weder einen Strafzettel noch einen Unfall hatte, schilderte das Ganze vollkommen anders: „Sie hat von 70 grundlos fast zum Stillstand gebremst, ich musste überholen und habe mich dabei verschalten. Nicht ich wollte sie maßregeln, sondern sie mich.“ Vor einer Kurve hätte er nie überholt, sagte er während der Verhandlung am Donnerstag, zumal er 500 Meter weiter bereits zu Hause gewesen sei. Vom Auffahrunfall habe er nichts mitbekommen. „Sie scherte hinter mir ein, damit war die Sache für mich erledigt.“

Im Zeugenstand konnte der Fahrer des aufgefahrenen Autos nicht bestätigen, dass sich der Angeklagte während des Überholmanövers vier bis fünf Mal der Geschwindigkeit der Fiat-Fahrerin angepasst hat, sodass sie auf der linken Spur bleiben musste. So hatte die Frau die Situation beschrieben.

Vorwurf nicht zweifelsfrei nachzuweisen

In seinem Urteil blieb Richter Max Märkle unter der Forderung der Staatsanwaltschaft, die auf 45 Tagessätze à 25 Euro und zwei Monate Fahrverbot plädierte. „Der Freispruch erfolgt aber nicht wegen Unschuld, sondern weil der Vorwurf nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden kann“, so Märkle. Für die Körperverletzung werde der Angeklagte bestraft, da er die Verkehrslage hinter sich im Auge hätte behalten müssen.